Lernen Heute

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Lernen und Unterrichten in der Berufsschule

Mehr Bildung in Blogs (@via literatenmelu)

Melanie Unbekannt hat in ihrem Blog „Literatenmelu“ die Aktion „Mehr Bildung in Blogs“ gestartet. Fünf interessante Fragen zum Thema Bildung sind zu beantworten. Gespannt bin ich auf die Antworten, die da kommen. Hier sind meine:

1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Na, vor allem an meinen Deutschlehrer in der Handelsakademie. Er verlangte von uns, gelesene Bücher zusammenzufassen. Weil wir dabei 1.)   das Gelesene nochmal reflektieren, weil wir 2.) später nur einen Blick in die Zusammenfassung werfen müssten, wenn uns der Inhalt teilweise entfallen ist und weil wir 3.) damit besser lernen könnten. Ich mache das heute noch bei guten Büchern und als Lesekater und Büchersammler profitiere ich immer wieder von dem Schatz, der sich mittlerweile angehäuft hat.  Irgendwann meinte er, wenn ich mit dem Studium fertig sei, sollte ich mich bei ihm melden, um Lehrer zu werden. Hat geklappt – zwar an einer anderen Schule, aber immerhin.

An was ich mich noch erinnere: Jede Menge Zeit zum Computerspielen, die ich später nie wieder hatte. An meine erste und einzige Ohrfeige meines Lebens von der Hausmeisterin in der Volksschule. An Nervosität vor Stundenwiederholungen, aber oft nicht mehr an den Stoff, der damals geprüft wurde. An peinliche Situationen im Musikunterricht während des Stimmbruches. An Wandertage,  Exkursionen, Sportfeste, Skikurse, Stadt-, Sport- und Landschulwochen.

2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Medien? Hmm… Kreidetafel, Overhead, Filme (zuerst Filmrollen, dann Video, keine DVDs).  Als Maturaprojekt im Wahlfach Informatik schrieb ich 1990 einen Vokabeltrainer in Turbo-Pascal. In der Privatwohnung des Informatiklehrers schrieb ich das Programm auf Farbdarstellung um, weil es an der Schule keinen Farbmonitore gab.

3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Wenn ich unsere Frau Minister und die Gewerkschaft in einer Person wäre (seufz), würde ich den informellen Austausch von Lehrern in Kleingruppen (bis 10 Leuten) abseits von Kursen, Lehrgängen und Seminaren untereinander forcieren.  Organisation von regelmäßigen Lehrertreffen, wobei diese einander in 2 – 4 Tagen ihre Spezialgebiete, ihre Methoden, Erfahrungen und Irrtümer näherbringen. Jeder Beteiligte bereitet ein ein- bis vierstündiges Kurzseminar für die anderen vor.  Lehrer-Coaches von den Hochschulen sind bei diesen Treffen dabei, sichern die Qualität und die Ergebnisse.“Junglehrer“ könnten daran teilnehmen und ihren Input liefern, was den aktuellen Stand der Wissenschaft betrifft.

4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Sehr viel. Einmal pro 10-Wochen-Lehrgang erstelle ich Blogs, Wikis oder Podcasts. Wobei ich viel von der Erstellung halte und weniger vom passiven Lesen oder Zuhören. Eine Podcast-Erstellung im Unterricht bringt viel, den erstellten Podcast später als Lerntool zu verwenden sehr wenig. Hier sind meine Beispiele für Podcasts oder Wikis.

5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Wenn Nachhilfe so verstanden wird, dass dem Schüler nachgeholfen wird, eine bestimmte Hürde zu nehmen, dann können Online-Angebote ganz prima sein: Die schnelle Frage über Skype („Wie geht das nochmal?“) oder ein Forum. Oder punktuell ein Online-Kurzkurs über Integralrechnung – warum nicht? Ich glaube aber, dass bei Problemen jener Lernstoff, der online vermittelt werden könnte, nicht immer der Verursacher ist. Hier wird die Bandbreite von simplen Lernmethödchen („Lernen lernen“) bis hin zu handfesten psychologischen Problemen gehen. Und da wird online kläglich versagen.

Eingetragen unter:Bildung, Fundstücke

Tipp für gemütliche Winterabende: Bildungsvideos

In den letzen zwei Jahren ist meine youtube Playlist für Bildungs-Videos auf über 50 Einträge gewachsen und stellt mittlerweile ein abenfüllendes, inspirierendes und unterhaltsames Abendprogramm dar.

Wer es kürzer haben möchte, der schaut bei der  „Siemens Selbstlerner Community“ vorbei: Hier wird das Bildungsvideo des Tages gepostet.

Die Stars der deutschen Bloggerszene haben ebenfalls ein amitioniertes Projekt gestartet: Die Bildungsreporter mit dem gelungenen Auftakt „Ist der Bildungszug schon abgefahren?“

Eingetragen unter:Unterricht , , ,

e-Learning: Angst fressen Weiterbildung auf?

In der Zeit Online war neulich dieser Artikel „Das Elend mit dem E-Lernenzu lesen. Eine neue Studie hat wieder mal bewiesen, was wir seit den späten 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wissen: E-Learning ist teuer, die Mitarbeiter setzen sich nur widerwillig vor das e-Learning Programm, die meisten Firmen wollen mehr Output für weniger Input (Zeit und Kosten sind gemeint) und in Summe werden sie durch e-Learning weder produktiver noch erfolgreicher. (Hier ein wirklich typisches Beispiel, so wie es e-Lerner seit fast 20 Jahren ertragen müssen). Bestenfalls  kann e-Learning als Blended-Learning eingesetzt werden, das heißt: Ein Lehrer ist dabei und hilft weiter, wenn wieder mal das Passwort vergessen wurde oder der große „Weiter“-Button rechts unten völlig unauffindbar ist, Frage- und Antwortmöglichkeiten praxisfern sind oder der Lernende sich im Klick-Tunnel verirrt hat.

Tim Schlotfeldt hat den Artikel schon wunderbar und treffend kommentiert und ich wollte mich schon zu zu meinem jährlichen, entrüsteten Blog-Posting zum Thema e-Learning aufraffen, in dem folgendes zu lesen gewesen wäre:

  1. E-Learning funktioniert nur (richtig gut), wenn es in ein konstruktivistisches Lernsetting eingebettet ist. Das heißt: Kein kleinschrittiges Nachhampeln von Vorgehampelten, sondern je nach individueller Interessenslage kreatives und praxisnahes Problemlösen.
  2. Noch besser funktioniert es, wenn es in einen soziokulturellen Kontext eingebettet wird: Gemeinsames Lernen, derzeit über Wikis, Blogs, ein simples Moodle-Forum oder ähnliches. Austausch von Fakten, Zusammenfassungen, Fragen, Unklarheiten, Erfahrungen, Geschichten, Gelernten und Erkenntnissen.
  3. Intrinsische Motivation entsteht durch die Öffentlichkeit im Netz, durch Kooperation und durch Wettbewerb und letztendlich durch den Lerntransfer, das heißt: die konkrete Anwendung in der Berufspraxis.

So ungefähr hätte ich es geschrieben, wenn ich in den letzten Wochen nicht regelmäßig erlebt hätte, dass viele Leute Angst vor Internet und PC haben.

Sie fürchten sich vor Facebook, Twitter und davor, im Netz mit Kreditkarte zu zahlen. Sie haben Angst, ihre E-Mail Adresse weiterzugeben, weil sie sonst mit Spam zugemüllt werden. Sie  wollen ihre Zeit nicht vor dem Bildschirm verbringen, weil sie wenig Kontrolle über das haben, was der PC mit ihrer Zeit anfängt, sobald er nicht so funktioniert, wie er funktioneren sollte. Sie wollen von  sich nichts im Netz preisgeben, weil das Netz nichts vergisst, auch nicht das Intranet. Sie wollen als Lerner nicht gezwungen werden, etwas zu schreiben, dass veröffentlicht und diskutiert wird. Und. So. Weiter.

Gestützt und getrieben werden diese (berechtigten) Ängste teilweise durch die alten Medien (hier zum Beispiel) in Kombination mit der Rechtsunsicherheit im Netz, durch wildgewordene Abmahnanwälte und dem Auseinanderdriften von Realität und Juristerei. Dass Angst Lernen verhindert oder zumindest immens erschwert, ist bekannt.

Für e-Learning in konstruktivistischen Settings braucht es (neben der Rechtssicherheit) aber folgende Lerner:

  • Lerner, die denken, bevor sie posten und die Grundregeln der Rechtschreibung beherrschen.
  • Lerner, die wissen, dass Fehler notwendig sind, um weiterzukommen.
  • Lerner, die mutig und tolerant sind und darauf vertrauen, dass das Internet mehr Chancen als  Gefahren bietet.
  • Lerner, die schon häufig Internet-Plattformen ausprobiert und ein Gefühl für diese entwickelt haben. Die also wissen, wie das Internet tickt.

Wo sind diese zu finden? Na, beispielsweise auf Facebook oder Twitter. Definitiv in Blogs oder Blog-Kommentaren. Haben Sie das Gefühl, dass unsere Kinder schon auf diese Lernsettings vorbereitet werden? Hier eine passende Studie:  Children who blog or facebook have higher literacy levels.

Nachtrag:

Eingetragen unter:Bildung, Konnektivismus, Lernen , , ,

Powerpoint in 4 Stunden – allerdings geschummelt

Im Lehrberuf Bankkaufmann/-kauffrau sind in Oberösterreich 40 Stunden Informatik in der Berufsschule vorgesehen. Nein, nicht pro Lehrjahr – in allen drei Lehrjahren zusammen. In diesen 40 Stunden werden neben einigen Stunden Grundlagen der Informatik (Hard- und Software) auch 8 Stunden Excel, 4 Stunden Powerpoint, 4 Stunden Access, Privatsphäre und Internet-Seitengestaltung gelehrt. Und nein: Wir besitzen nicht den „Time-Turner“ von Hermine Granger.

Um das Optimum aus den 4 Stunden Powerpoint herausholen zu können, bin ich nach den 9 Lehrschritten von Robert Gagné vorgegangen. Gagné gilt als der „Vater“ des Instructional Designs (=ID, zu deutsch: Instruktionsdesign), das sich mit der systematischen Planung, Entwicklung und Evaluation von Lernmaterialien befasst.  Prof. Gabi Reinmann schrieb das Skript zu ID, das im Rahmen des Moduls 1 des Master für Bildung und Medien verwendet wird. ID ist mir während der oberösterreichischen Berufsschullehrerausbildung nicht untergekommen. Kunstück: ID hat viel mit e-learning zu tun und das spielt(e) bei unserer Ausbildung eine eher ähm…, sagen wir es so, „exotische“ Rolle.

Wie sehen die neun Lehrschritte nach Gagné aus?

Neun Lehrschritte nach Gagné

So habe ich die Lernschritte interpretiert:

  1. Aufmerksamkeit gewinnen: Den Schülern werden wertungsfrei(!) 3 – 4 Folien einer uralten und grottenschlechten Powerpoint-Präsentation aus dem Jahr 1999 über Informatik gezeigt: Animationen fliegen rein, 12 Bullet-Points erscheinen brav nach Tastendruck, usw. Hier grinsen die meisten Schüler schon.
  2. Informieren über Lehrziele: 4 Stunden (=200 Minuten) für Powerpoint? Mir erscheint das dürftig. Vor allem dann, wenn die Schüler herumprobieren und sich gegenseitig unterstützen, weil dies meiner Meinung nach den Lerneffekt vergrößert, aber länger dauert. Deshalb habe ich einfach das Thema „Powerpoint“ mit dem Folgethema „Grundlagen der Hard- und Software“ verbunden. Die Schüler haben als Ziel, in Einzelarbeit (aber mit gegenseitiger Unterstützung) eine Powerpoint-Präsentation im Umfang von 7 – 12 Folien zu erstellen und anschließend auch vor (eigenem) Publikum zu präsentieren. 4 Stunden Powerpoint? Geschummelt! In Wahrheit verwenden wir zwei Stunden der Hard- und Software-Grundlagen mit. Folgende Themen stehen für die Einzelarbeit zur Wahl:
      a) Eingabegeräte (Maus, Tastatur, Scanner, Touch-Screen, etc.)
      b) Bildschirme (Flachbildschirm, Röhrenbildschirm, Touch-Screen, Preise, etc.)
      c) Druckerarten (Laser, Tintenstrahl- und Matrixdrucker, Fotodrucker, Funktionsweise, etc.)
      d) Speicherkarten (SD-Karten, Memory-Stick, Compact-Flash, Preise, Funktionsweise, …)
      e) Festplatten (interne und externe, Speicherkapaztitäten, Preise, etc.)
      f) optische Speichermedien (DVD, CD, Funktionsweise, Preise, etc.
      g) Gehäuseformen (Desktop, Notebook, Netbook, All-in-One-PC, …)
      h) PC-Komponenten (Motherboard, CPU, RAM, ROM, Bus, Bios, Lüfter, Schnittstellen wie USB, Firewire, PS/2, …)
      i) Software (Freeware, Open-Source, Office-Software, etc.)
  3. Vorwissen aktivieren: Ich legte via Etherpad zwei Pads an: Merkmale von guten Powerpoint Präsentationen und schlechten Powerpoint Präsentationen, teilte die Schüler in zwei Kleingruppen und sie sammelten gleichzeitig und kollaborativ, was ihnen dazu einfiel. Sie konnten live am Beamer mitschauen, wie die zwei Pads befüllt wurden. Die Sammlung wurde später formatiert und ausgedruckt. (Leider hat Google mittlerweile Etherpad geschluckt, abgeschaltet, wieder eingeschaltet. Zumindest bis März ist der Service in dieser praktischen, anmeldelosen Form verfügbar.)
  4. Darstellen des Lehrstoffes: Mit ist es wichtig, dass die Schüler Präsentationen erstellen, die State-of-the-Art sind: großflächige Bilder, wenig Text, null Animationen. Dazu besprachen wir das Video „Life after Death by Powerpoint“ (als schlechtes Beispiel) und „Death by Powerpoint (and how to fight it)“ als Musterbeispiel, an das sie sich halten sollten. Der Hinweis auf Copyrights wird gegeben, ist aber sowieso Kernthema in einer der späteren Stunden.
  5. Lernen anleiten: In einer knappen Viertelstunde zeigte ich den Schülern, deren Wissensstand sich vom „Noch nie Powerpoint gestartet“ bis zum „ECDL vor zwei Monaten gemacht“ erstreckt, wie man in Wikipedia Themen findet und strukturiert (das wussten sie),  Bilder via Google-Bildersuche findet, rauskopiert, zuschneidet und Titel (für den Foliennavigator) hinzufügt. Zur Demonstration nahm ich an, dass ich selbst das Thema „Netzwerke“ zu machen habe und verwendete beispielsweise für das CAT5-Kabel dieses Bild und ermunterte die Schüler, um die Ecke zu denken. Beispiel: Für das Themengebiet „Speichermedien“ eignet sich das Bild eines menschlichen Gehirns als Einstiegsfolie.  Diese Anleitung erfolgte in aller Kürze, da sich die Schülerinnen und Schüler später ja gegenseitig helfen können und sollen.
  6. Ausführen / anwenden lassen: In den nächsten zwei Stunden erarbeiten die Schüler die Powerpoint-Präsentation. Dies machen sie alleine, weil ich unterdessen auf Seminar bin. Als Unterstützung haben sie ein Powerpoint Skript bzw. verwenden die Seiten  Moodle-DLGI und E-Teaching-Austria.
  7. Informative Rückmeldung geben: In den folgenden zwei Unterrichtseinheiten, sehe ich mir Präsentationen kurz an und gebe Feedback und Verbesserungsvorschläge. Falls Zeit bleibt, beschäftigen wir uns gemeinsam mit einigen Powerpoint-Features, die die Schüler evt. nicht benutzt haben wie Master-Folie, Handzettel usw.
  8. Leistung kontrollieren und beurteilen: Die Präsentationen werden gehalten und beurteilt. Gleichzeitig erhalten die Schüler Einblicke in das kommende Themengebiet Hard- und Software.  Die Schüler fassen die Inhalte ihrer Präsentation in Google-Docs zusammen und tauschen die Dokumente untereinander per Freigabe aus (=Lernstoff).
  9. Behalten und Transfer sichern: In einem anderen Fach erstellen die Schüler im Laufe des Lehrgangs eine Präsentation. Dies genügt mir für diesen letzten Schritt.

Vielleicht fragen sich jetzt manche: „Warum zeigt der den Schülern Powerpoint nicht Schritt für Schritt – so wie in den meisten Informatik-Kursen?“

Dafür gibt es einige Gründe:

  • Da ist zuerst einmal der unterschiedliche Wissensstand der Schüler. Die Powerpoint-Erfahrenen sollen durch diese Methode mit sanfter Hand gezwungen werden, den anderen zu helfen.
  • Durch den unterschiedlichen Wissensstand langweilen sich etliche Schüler bei kleinschrittigen Vorzeig- und Nachmachübungen. Für andere wiederum ist es zu schnell.
  • Offensichtlich ist es nicht das Ziel, Schüler zu perfekten Powerpointidanern zu drillen, da sind 4 Stunden sowieso zu wenig. Weniger ist mehr: Bild, Text, Struktur. Und aus.
  • Die Schüler müssen lernen, mit Software so selbstverständlich umzugehen, wie sie es mit dem Handy gewohnt sind. Keine Angst vor neuer Software – das ist die Devise. Was nützt es, wenn ich ihnen zeige wie PowerPoint 2000 (=kein Tippfehler, unsere Schulversion, aber nächstes Jahr gibt’s die 2010er) funktioniert, wenn sie in der Praxis PPT 2003, 2007 oder 2010 haben. Oder Open-Office? Oder Google Text und Tabellen? (Wobei wir später Google-Text und Tabellen ausprobieren werden…)
  • Ich will den Schülern zeigen, dass sie mit etwas Mut, Recherchieren und dem Internet so relativ simple Produkte wie Powerpoint in relativ kurzer Zeit relativ gut bedienen können (… relativ…). Und dass sie nicht jedesmal ein spannendes 3-Tages-Seminar benötigen, von dem sie eine Woche später das Meiste mangels Anwendung vergessen haben.
  • Letztendlich bin ich der Überzeugung, dass Autodidakten in den Web2.0-Jahren die Nase vorne haben.

Powerpoint müssen wir machen, muss man können, klar. Im Allgemeinen ermuntere ich aber die Schüler, ohne Powerpoint zu präsentieren, wenn ihnen was Besseres einfällt: Fällt mehr auf, wirkt besser und hat sicherlich meistens Erfolg. Mein Psychologie-Professor an der Uni sagte … ach ja, das habe ich hier schon mal erwähnt: „Power-Point und der cognitive-load„.

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Ein Lernfest mit 100.000 Besuchern

Vor knapp 3 Jahren, im Jänner 2007, wurde dieser Blog mit dem Beitrag „Standard-Tests an österreichischen Schulen?“ gestartet. Mittlerweile gibt es die Zentralmatura, 205 Blog-Postings und 473 Kommentare mehr. Vorgestern Nacht hat der 100.000 Besucher diesen Blog gefunden. Jetzt ist es einmal Zeit dafür

zu sagen: Die freundlichen Kommentare, die stets wachsenden Zugriffszahlen und die vielen Kontakte, die ich mit diesem Blog knüpfen konnte, motivieren mich  regelmäßig für meinen Job als Lehrer und natürlich dann und wann hier zu posten. Dies gehört gehörig gefeiert und dank Youtube-Live gibt’s auch die passende Band samt Song dazu:

Die meistgelesenen Beiträge aus den letzten 3 Jahren sind folgende:

Was ist ein Streber? 4.274
Wenn gute Vorschläge von Affen einfach n 3.493
Über mich / About 3.154
Der kleine Ätt, das Kennenlernspiel zu S 3.112
ABC-Listen zur Wiederholung im Unterrich 2.937
Zeitaufwand für Ausbildung zum Berufssch 2.417
Lernmotivation: Berufsschüler motivieren 1.908
Ernährung und Lernen – Brainfood 1.869
Unterrichtsmethoden 1.738
Der, der alles weiß 1.657
Der ultimative Lerntypentest 1.627
Urbane Trance oder „Warum funktioniert d 1.484
Klippert sagt: „Hyperaktive Lehrer … 1.437
Schulgezeter: Das kleine Schul-Schimpfwo 1.247
Das Periodensystem – diesmal spannend 1.182
Ein neues Lernparadigma: Der Konnektivis 1.162
Neues von der Lernfront – Vera F. Birken 1.134
Der Unsinn mit den Noten in der Schule 1.069
Kreative Flipchartgestaltung 1.036
Das Wesentliche einer Unterrichtsstunde, 1.029

Einige Zeit habe ich mich gewundert, warum „Was ist ein Streber“ das All-Time-High erreichte. Als ich das Wort in Goolge eingeben habe, war es klar: der Blog-Beitrag war Platz 1 in Google beim Suchwort Streber. Mittlerweile hat Google diesen Fehler korrigiert ;-)

Der 14 .September 2009 war mit dem Beitrag „Der kleine Ätt, das Kennenlernspiel zu Schulbeginn“ der Tag mit den häufigsten Zugriffen, diese beiden Suchbegriffe „Kennenlernspiel“ und „Schulbeginn“ dürften dafür ausschlaggebend sein.

Im Jänner 2007 zeigt der Statistik-Zähler 166 Visits, im Jänner 2008 waren es bereits 2994 Visits, Jänner 2009 – 3773 Visits und im Oktober 2009 5355 Visits, das beste Monat bisher. 9051 Spam-Kommentare wurden vom WordPress-Akismet abgefangen (thx!!).

Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass die Visits irgendwann zurückgehen würden, da ja mittlerweile unzählige qualitativ sehr gute Lehrer-Blogs wöchentlich starten. Aber offensichtlich werden auch die Blog-Leser immer mehr.

Nun denn: Ich freue mich auf die nächsten drei Jahre mit euch!

Eingetragen unter:Klatsch ,

Englisch lernen mit den „40 Expressions“

Eine kurze, knackige Unterrichtssequenz für Englisch bietet sich mit dem Youtube-Video „40 expressions“ an. In diesem Video, das per heute schon über 150 Videoantworten erhalten hat, stellt bubzbeauty 40 Gefühle mimisch dar. Zugleich werden diese als Untertitel eingeblendet. Im Englisch-Unterricht war nun das Ziel, eine Video-Antwort zu posten. So bin ich mit einer 3. Klasse Einzelhandel vorgegangen:

  1. Youtube-Video ansehen (am besten via keepvid.com runterladen)
  2. Vokabel-Liste mit deutschen Übersetzungen austeilen, Schüler suchen sich aus dem Video die englische Übersetzung. (Falls mehr Zeit zur Verfügung steht können die Schüler die Listen auch selbst erstellen)
  3. In zwei Klassen habe ich gefragt, ob, ob sie eine Videoantwort posten möchten. Eine Klasse hat verneint, eine andere war dafür.
  4. Die Vokabeln wurden dann in dieser Klasse von 1 – 40 nummeriert, kopiert, ein Exemplar zerschnippselt und die Vokabel-Schnipsel auf die Schülerinnen nach Belieben aufgeteilt.
  5. Die Schülerinnen erstellen Kärtchen mit dem englischen Begriff in großer Schrift, den sie später an die Wand pinnen, während sie den Begriff darstellen.
  6. Eine Schülerin übernimmt den Part des Regisseurs und kümmert sich um die korrekte Reihenfolge der Darstellung, das spart später viel Zeit beim Schneiden der Teile, eine andere filmt. Gefilmt wird am besten mit Stativ. Wir verwendeten eine ganz billige Digicam im Film-Modus.
  7. Die Schülerinnen treten nun ohne groß zu proben der Reihe nach auf, pinnen ihr Wort an die Wand und stellen es mimisch dar. Ich habe beim Filmen den Fehler gemacht, immer ein „Go“-Kommando gegeben zu haben. Das später rauszuschneiden hat den Aufwand unnötig erschwert. Profis würden wahrscheinlich Handzeichen geben…

Nach 20 Minuten waren die 40 Begriffe im Kasten. Das Suchen nach lizenzfreier Musik (hier einige Tipps), einfügen eines Titels und Abspanns am PC bei mir zuhause dauerte dann nochmal eine Stunde, hat aber (zur Entschuldigung) Spaß gemacht. Idealerweise sollte die Produktion des Videos an Schüler delegiert werden. Das fertige Video habe ich nach Einverständis durch die Schülerinnen als Videoantwort auf youtube gepostet. Die Schülerinnen haben es zusätzlich via Facebook an ihre Freunde verteilt.

Hier das Resultat, in der ich auch eine Gastrolle als „typical annoyed teacher“ hatte:

Der Lerneffekt konnte sich sehen lassen: Beim Erstellen der Videos wurden die Vokabeln sehr oft wiederholt, das fertige Videos wurde regelmäßig angesehen. Einige Lehrer berichteten mir, dass Ihnen die Schülerinnen das Video in ihren Stunden gezeigt hatten. Was will man mehr?

Update 20. 11. 2009: Auf Wunsch von Felix hier noch die Liste mit den Vokabeln: 40 Expressions – words

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