Was brauchen wir für eine Bildung im 21. Jahrhundert?

Gestern im Club2 (ORF). Ein Satz von Marlies Krainz-Dürr, Rektorin der Pädagogische Hochschule Kärnten:

Was brauchen wir für eine Bildung für das 21. Jahrhundert, für eine multikulturelle Gesellschaft? Was heißt denn überhaupt „Bildung für Europa“?

Es ist wichtig, dass wir heute Menschen – und zwar alle Menschen – befähigen, nicht damit sie im Arbeitsprozess gut funktionieren, sondern dass sie ein gutes und sinnerfülltes Leben führen können, dass sie weltoffen sind und dass sie mit Unterschieden, mit Differenzen und mit Widersprüchen gut umgehen können  in einer friedlichen Weise. Dann können sagen, das lernt man ganz sicher nicht in einem System, das sehr früh abgrenzt, das auf Homogenität setzt und auf Selektion. Sondern das lernt man dann, indem man miteinander lebt und die Vielfalt lebt und und gemeinsam lernt. Die Schule ist dafür ein idealer Ort das zu lernen. Da brauch ich’s nicht vermitteln, dann ist das kein Unterrichtsgegenstand, sondern das ist die Form, die das Lernen in der Vielfalt, mit den Differenzen, […] mit dem Respekt vor dem Anderen, mit [..] Neugier und mit […] Offenheit ermöglicht.

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8 thoughts on “Was brauchen wir für eine Bildung im 21. Jahrhundert?

  1. In der Schule sollte man lernen, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich und armonisch miteinander leben können…das ist die grösste Herausforderung der Schule heutzutage.

  2. Für die Schule gab es vor 200 Jahren mit den Anthroposophen schon wunderschöne Ansätze zur Erziehung und zum Lernen. Leider hat sich die sog. „schwarze Pädagogik“ durchgesetzt.

    Schule sollte auf alle Fälle nicht ausgerichtet sein, dass der künftige Erwachsene im Arbeitsprozess „funktioniert“. Eigenständiges Denken und Verantwortlichkeit werden dadurch weitestgehend ausgeschaltet, Kreativität untergeordnet. Ohne diese Eigenschaften werden aber keine Innovationen und Perspektivwechsel möglich sein.

    Schülern macht dann Schule Spaß, wenn der Stoff Bezug zum Alltag enthält. Die Interessen der Kinder sind ab dem 5. Lebensjahr immens. Ein Schulgarten birgt sämtliche Fächer:
    Mathematik um einzukaufen und Flächen zu berechnen. Biologie, um die Entwicklung von Pflanzen und Tieren zu beobachten. Erdkunde um Standortfragen allgemein zu Pflanzen zu erkunden und Deutsch, damit Erfahrungen zusammengetragen und protokolliert werden.
    Das lässt sich auch viele andere Gebiete übertragen und erweitern.

    Aber Ellen Key schrieb schon 1921:
    „Der Schule der Jetztzeit ist etwas gelungen, das nach den Naturgesetzen unmöglich sein soll: die Vernichtung eines einmal vorhandenen Stoffes. Der Kenntnisdrang, die Selbsttätigkeit und die Beobachtungsgabe, die die Kinder dorthin mitbringen, sind nach Schluß der Schulzeit in der Regel verschwunden, ohne sich in Kenntnisse oder Interessen umgesetzt zu haben.“
    http://ellen-key.paed.com/key/seelenmorde.htm

    Leider hat sich daran fast 100 Jahre später nichts geändert, im Gegenteil es hat sich manifestiert.

  3. Antroposophie gab es nicht vor 200 Jahren, nicht mal Theosophie. Und beides ist wildeste Science Fiction, mit Atlantis, Hyperborea und Lemuria und so weiter. Manche Steiner-Schulen machen manches richtig, aber Antroposophie an sich ist völliger Quatsch.

    Jetzt weiß ich wenigstens, wohin mein Kenntnisdrang, meine Selbsttätigkeit und meine Beobachtungsgabe verschwunden sind – habe sie schon vermisst.

    • Na, da bin ich ja froh, dass es Sie gibt und mir jetzt mal so richtig was beigebracht haben.
      Dennoch verlasse mich doch lieber auf mein eigenes Studium und mein Geschichtskenntnisse.

      Dennoch danke für Ihre Mühen.

      • Gern geschehen. Man hat ja als Lehrer immer auch einen aufklärerischen Auftrag. Ich freue mich dann, wenn Sie mich hier über Antroposophie weiter informieren.

  4. Das Leben hat schon immer überall LERNEN nicht nur ermöglicht sondern sogar herausgefordert. Das ist nur durch die künstlichen Konstrukte der Pädagogik für die Schule stark eingeengt worden.
    Der Mensch kann nicht nicht lernen. Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich ihn deshalb nicht befähigen wollen. Vielmehr suche ich mit seinen Fähigkeiten so umzugehen, dass sie sich entfalten und mit mit (und anderen) gerne und gut kommunizieren wollen. Dafür ist in der Ich-kann-Schule der DRUCK durch das SOG-Prinzip ausgetauscht. Ich achte auf die Sog-Wirkungen des Lebens und bediene mich ihrer.
    Freundlich grüßt
    Franz Josef Neffe

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