Schulinternes Best-of-Methoden Seminar

Ich könnte vieles von meinen Kolleginnen und Kollegen lernen, wenn ich, statt zu unterrichten, ihren Unterricht besuchen würde. Leider ist das erstens an unserer Schule sehr unüblich, zweitens würde meine ohnehin (duch das „Nebenbei“-Studium in Hagen) knapp bemessene Freizeit noch weiter reduziert werden (jaja, lacht nur)  und drittens steckt in dieser Vorgehensweise doch eine gewisse Ineffizienz. Jeder, der schon Unterrichtsbesuche gemacht hat weiß, wie öde das sein kann, wenn die Schülerinnen und Schüler angestrengt und intensiv arbeiten und man selbst beobachtenderweise nichts zu tun hat und auf das Ergebnis wartet.

Also wurde eine andere Variante kreiert, um voneinander zu lernen: Das schulinterne „Best-of-Methoden Seminar“. Und das habe ich mir so vorgestellt:

Das Ziel dieses kooperativen, fächerübergreifenden SCHILF-Seminars ist, bewährte Unterrichtsmethoden aus einem beliebigen Fach den Teilnehmern vorzustellen. Dabei schlüpfen die Lehrerinnen und Lehrer in die Schülerrolle und probieren die Methode unter Anleitung selbst aus. Erwünscht sind alle Methoden, die Schülerinnen und Schüler das Lernen erleichtern. Im optimalsten Fall kann die Methode auch für andere Fächer (in adaptierter Form) verwendet werden. Eine kurze Reflexions- bzw. Feedbackphase über mögliche Veränderungen der Methode im eigenen Unterricht beendet die jeweilige Methodenvorstellung. Der Zeitrahmen pro Methodenvorstellung sollte 15 Minuten nicht überschreiten – im realen Unterricht kann die jeweilige Methode länger dauern. Wünschenswert wäre, dass jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer eine Methode vorstellt – dies ist allerdings kein Muss, Zuhörer sind auch willkommen.

Wichtig ist, dass die jeweilige Methode nicht nur beschrieben, sondern auch live ausprobiert wird. Das hat folgende Gründe:

  1. Die tatsächliche Durchführung steigert den Lerneffekt und die Methode kann später vielleicht auch ohne jeweilige (schriftliche) Methodenbeschreibung „spontan“ im Unterricht eingesetzt werden.
  2. Erst bei konkreter Durchführung der Methode bekommt der Teilnehmer ein „Bauchgefühl“, ob diese für ihn selbst geeignet ist.
  3. Die Reflektion und Adaption für das eigene Fach nimmt weniger abstrakte Formen an.
  4. Es sollte ein vertrauensvolles Klima von gegenseitigem Geben und Nehmen entstehen und
  5. es ist lustiger als die Methode nur vorzulesen.
In der Vorbereitungsphase wird nach Anmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam eine Liste mit möglichen Methoden erstellt. Dies erfolgt in einem ietherpad. Eventuell erfolgt eine Abstimmung bzw. Koordination, welche Methoden vorgestellt werden sollten (via Google-Text und Tabellen Formular), dies ist aber nur notwendig, wenn sehr viele Teilnehmer sehr kreativ sind.

Die jeweiligen „Methoden-Inhaber“ bereiten vor dem Seminar gemäß eines Templates eine A4-Kurzbeschreibung der Methode vor (Name, Ablauf, Dauer, mögliche Teilnehmeranzahl). Diese Kurzbeschreibung sollte so ausführlich sein, dass sie als Anleitung zur Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts dienen kann. Die einzelnen Kurzbeschreibungen werden zu einem Skript sowohl in Papierform als auch online (unter einer Common-Creative-License – frei kopierbar unter Namensnennung) als Produkt unserer Schule zur Verfügung gestellt.

Den Methoden-Super-Guru, den sparen wir uns. Ebenso Reisekosten, Vorbereitung für Vertretungsstunden, Vertretungsstunden, Nachbereitung für Vertretungsstunden und gut gemeinte 5minütige Zusammenfassungen von 6stündigen Seminaren auch. Aber wenn wir am Ende unserer Methodenweisheit sind, ja dann wird einer von uns ein Methodenseminar außerhalb der Schule besuchen. Aber ich vermute, dass wir noch lange nicht am Ende sind.

Dieses SCHILF-Seminar ist ein erster Schritt. Der Pädagogischen Hochschule habe ich vorgeschlagen, die Grundidee dieses Seminar (in einer angepassten Variante) schulübergreifend zu initiieren. Ich bin gespannt, was aus dem Vorschlag wird.

2 thoughts on “Schulinternes Best-of-Methoden Seminar

  1. Was ist das für eine g–le Seite? ! Ich bin echt begeistert! Seid ihr so kreativ oder einfach die totalen Vollblutlehrer? Hochachtung!

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