VHS Videos für die Schule konvertieren – so geht’s

In der Schule haben wir seit einiger Zeit ein Problem mit den VHS-Kassetten: Die alten, aber inhaltlich passablen und oft mühevoll und teuer besorgten VHS-Kassetten (z. B. vom Lebensmittelhandel oder Baustofffachhandel) werden von Jahr zu Jahr schlechter und die funktionierenden VHS-Rekorder weniger. Wenn dann Rekorder fast wöchentlich ein VHS-Band „fressen“, dann wird es Zeit, von dieser grandiosen Erfindung des Jahres 1976 auf die Technologie von heute umzusteigen.

Einige Zeit kopierten wir VHS-Kassetten auf DVD, machten aber dann schlechte Erfahrungen mit der Haltbarkeit dieser selbstgebrannten Medien, dann und wann verschwindet eine DVD, ist nicht da, wenn man sie braucht oder wird nicht wieder dort einsortiert, wo sie entnommen wurde. Außerdem haben wir an der Schule einen DVD-Player-Mangel, (fast) keinen Mangel aber mehr an Beamern. Was lag also näher, als die VHS-Kassetten zu digitalisieren und auf ein Server-Laufwerk zu stellen?

Zuerst habe ich es mit einem USB-Grabber versucht, aber relativ rasch dann aufgrund massiver Ton-Übersteuerungen wieder aufgegeben. Nun werden die Kassetten mit folgendem Equipment digitalisiert:

EMTEC Movie Cube

EMTEC Movie Cube

  1. Alter Video-Rekorder
  2. Alter Fernseher
  3. EMTEC-Movie-Cube Q500 (ein Mediaplayer mit 500GB Festplatte um ca. € 130; alternativ könnte auch ein günstigerer Mediaplayer ohne interner Festplatte, allerdings mit externer Festplatte verwendet werden – wäre vielleicht sogar praktischer)

Dabei gehen wir so vor, dass die Kollegen anhand einer Anleitung (siehe Download unten) und einer 5-Minuten-Einschulung ihre VHS-Kassetten selbst überspielen. Wir nehmen SP (short-play) nach mpg2 auf, das reicht für VHS. Die Festplatte fasst in diesem Modus über 60 Stunden Film. Die Kollegen tragen dann den Film in eine Liste nach folgender Syntax ein:

  1. Unterrichtsfach
  2. Klasse
  3. Name der Unterrichtseinheit
  4. Filmname
  5. Erscheinungsjahr
  6. Dauer in Minuten

Nach dieser Syntax finden Sie den Film später am Multimedia-Netzlaufwerk, zum Beispiel: Ordner Wirtschaftskunde, Datei: 1.Wirtschaft_Das Magische Vieleck_2008_10Min.mpg2

Eine eigene Filmverwaltungssoftware verwenden wir nicht, per Explorer kann ja prima nach aktuellen Filmen bzw. alphabetisch nach Klasse und Unterrichtseinheit sortiert werden.Wer lieber ohne Netzlaufwerk und mit dem eigenen Notebook arbeitet, dem sei PureSync (in der Gratis-Version, die reicht) zur Synchronisation von Netzlaufwerk und eigener Festplatte empfohlen.

Anschließend wird der VHS-Kassette noch ein Etikett verpasst, damit nichts versehentlich doppelt kopiert wird. Am Wochenende nehme ich den MovieCube mit nach Hause und bearbeite während meiner Unterrichtsvorbereitung nebenbei die Dateien mit einem Video-Schnittprogramm: Qualität verbessern, Rauschen entfernen usw. Dies ist beispielsweise auch notwendig, wenn die Dateien länger als 1 Stunde Laufzeit haben, dann splittet der MovieCube das File nach 2 Gigabyte und ich füge es im Schnittprogramm wieder manuell zusammen.

Der Movie-Cube kann später als Netzlaufwerk (NAS-fähig) verwendet werden, er ist WLAN-fähig und mit einem Adapterkabel kann er direkt an einen Beamer angeschlossen werden. Das heißt, der Lehrer kann später, mit Movie-Cube und Fernbedienung in die Klasse gehen und dort die Filme abspielen. Besser geeignet ist allerdings ein Net- oder Notebook mit Netzwerkzugriff.

Wenn unser Multimedia-Netzlaufwerk in einigen Monate zu klein wird, wird es wahrscheinlich notwendig werden, die Filme nach DIVX oder FLV zu konvertieren, da sie derzeit annähernd DVD-Größe haben (22Min = 800MB). Das wird dann ganz super.

Download: Anleitung VHS Video_kopieren_mit_Mediaplayer

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