Fernstudium: Für Hausarbeiten recherchieren

Beim Master für Bildung und Medien an der Fernuni Hagen habe ich die erste Hausarbeit zum Thema „Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft“ im vorigen Semester ganz gut über die Bühne gebracht. Heute bin ich in der Endphase des zweiten (von sieben) Modulen. Das Thema dieser Hausarbeit ist: „Bildungs- und kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen für den Einsatz von neuen Lehr- und Lernformen“. In der Arbeit behandle ich schwerpunktmäßig den Einsatz von Neuen Medien inklusive sozialen Netzwerken in der Berufsschule, bespreche die Voraussetzungen auf die Lernenden, Lehrenden und die Bildungsträger. Behandelt werden dabei etwa die Gesichtspunkte Medienkompetenz, Ausbildung der Lehrenden und die Eigenheiten der computervermittelten Kommunikation. Im Ausblick male ich ein Zukunftsmodell für die Berufsschule.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/thedepartment/137413905/

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Die Module im Masterstudium sind so aufgebaut, dass zuerst die Studenbriefe per Post zugestellt werden. Via Moodle gilt es dann, kleinere Aufgaben zu lösen, die einen Umfang von 4 – 8 Seiten haben. Gegen Ende des Moduls wird der Titel der Hausarbeit bekanntgegeben. Im Modul 2 wurde die Aufgabenstellung per Post am 15. Juli zugestellt, am 23. September spätestens ist die Arbeit an das Prüfungsamt ausgedruckt und gebunden zu schicken. Begleitend gibt es eine exzellente Online-Betreuung, die meist innerhalb weniger Stunden auf Fragen antwortet.

Die Art des Studiums, vor allem die Vielzahl von Recherchemöglichkeiten waren vor 10 Jahren noch nicht möglich gewesen. Heute gibt es jede Menge Online-Werkzeuge, die ein vernünftiges Arbeiten von zuhause aus ermöglichen. Derzeit verwende ich folgende Tools:

Suche

  • Google: Suche nach einem Begriff (zum Beispiel „Medienpädagogik“) mit dem Zusatz „filetype:pdf“. Wenn das Dokument ein Literaturverzeichnis hat, dann taugt es auch meist für die Hausarbeit. Die Einträge im Literaturverzeichnis sind wiederum gute Schlagworte für die weitere Suche. Auch Einträge, die nicht „Online“ gekennzeichnet sind, sind häufig im Netz zu finden. Zumindest bei meinem internet-lastigen Studium.
  • scholar.google.de: Die wissenschaftliche Suchmaschine von google. Hier lade ich die mit „pdf“ gekennzeichneten Einträge herunter.
  • books.google.com: Mit der „Advanced Book Search“ suche ich nach geeigneten Büchern bzw. Zeitschriften. Die Option „Full View Only“ grenzt zwar stark ein, dafür hat man dann aber auch das ganze Buch zur Verfügung. Meist genügt aber auch die „limited preview“, weil ja oft nur einzelne Kapitel benötigt werden und es ein blöder Zufall wäre, wenn Google ausgerechnet das gesuchte Kapitel nicht frei schaltet. Und wenn – dann gibt es auch andere Bücher. Wer (so wie ich) gerne mit Ausdrucken arbeitet, der könnte im Firefox „Greasemonkey“ mit dem „Google Book Downloader“ und „Flash Got“ verwenden. Die drei Tools laden beliebige Seiten herunter, danach kann immer noch entschieden werden, wo und wie man sich das Buch ausleiht (oder kauft).
  • Weitere wissenschaftliche Suchmaschinen habe ich unter: http://delicious.com/pruwer/science+suchmaschine gesammelt, weitere sind unter http://www.llek.de/ zu finden.
  • Empfohlen wurde mir paperc.de. Nach einer kostenlosen Registrierung können Bücher online gelesen werden und gegen geringe Gebühr seitenweise heruntergeladen werden.
  • Für heruntergeladene ebooks (von denen immer mehr frei verfügbar sind, siehe www.delicious.com/pruwer/ebooks), drucke ich mir das Inhaltsverzeichnis aus und lege es in einem Inhaltsverzeichnis-Ordner zur weiteren Kennzeichnung für lesenswerte Kapitel ab.
  • Die Universitätsbibliothek der Fernuni-Hagen bietet via VPN bzw. Proxy Zugriff auf Volltextdatenbanken und Vollzugriff auf elektronische Zeitschriften. Immer wieder laufen begrenzte Tests, zum Beispiel aktuell „Oxford Scholarship“ und „Education Research Complete“.

Verwaltung

  • Firefox-Plugin Zotero: Zotero sammelt, verwaltet und sortiert Dokumente, erstellt Zitate und Einträge für das Literaturverzeichnis. PDF-Sammlungen sind mittels „pdftotext“ und „pdfinfo“ durchsuchbar. Jedes interessant erscheinende Online-Dokument trage ich hier ein, Zotero lädt es herunter und speichert es lokal ab. Per Rechtsklick wird (sehr oft) ein Literaturverzeichniseintrag erstellt. Auch Bücher können per Titel oder ISBN hinzugefügt werden. Ein Sync mit dem Zotero-Server wäre möglich, nutze ich aber nicht.
  • Delicious: Mit Delicious verwalte ich meine Fundstücke. Für gängige Browser gibt es Bookmark-Addons. Übrignes findet sich die Materialsammlung für die oben beschreibene Hausarbeit unter www.delicious.com/pruwer/modul2.
  • Citavi: Wärmstens empfohlen wurde mir Citavi, eine Literatur- und Zitateverwaltung. Die Gratis-Version werde ich im Herbst ausprobieren.
  • Ebenfalls ausprobieren möchte ich citeulike, mit dem Online-Publikationen verwaltet werden können, das aber um eine Empfehlungskomponente erweitert wurde

Beim Schreiben der Hausarbeit habe ich die Firefox-Extension LeechBlock in Betrieb. Seiten, mit denen ich wertvolle Zeit vertrödele, wie zum Beispiel Nachrichten, Blog-Reader, Facebook, ebay und amazon können damit prima minutengenau limitiert oder für Stunden unerreichbar geschaltet werden.

Zur Erstellung von Haus- oder Seminararbeiten bis hin zu Dissertationen sind folgende zwei Bücher empfehlenswert:

5 thoughts on “Fernstudium: Für Hausarbeiten recherchieren

  1. Interessante Sammlung. Hinzufügen kann ich noch Mendeley (http://www.mendeley.com/) als Literaturverwaltung, mit der ebenfalls gleichzeitig die entsprechenden pdf Dateien gespeichert werden. Großer Vorteil für mich: Synchronisieren über mehrere Rechner, PDF Dateien können mit Anmerkungen versehen werden. Noch nicht ausprobiert habe ich die Online-Sharing Funktion von Sammlungen.

  2. Vielen Dank für deine ausführliche Liste an Suchmöglichkeiten etc. Mit den meisten Dingen arbeite ich auch und habe mich total wiedergefunden.
    Wenn du mit Citavi arbeiten willst, komm doch mal auf meinem Blog vorbei. Für Modul 3 im eEducation-Master habe ich Vodcasts über Citavi entwickelt. Da kannst du einen ersten Einblick nehmen, wie man mit Citavi arbeitet.

    Wünsche dir noch viel Erfolg weiterhin im Master!
    Christina

  3. Eine der wichtigsten Quellen für die Recherche ist sicherlich GRIN, http://www.grin.com. Hier finden sich 110.000 Hausarbeiten, Diplomarbeiten und wissenschaftliche Aufsätze von Professoren und Dozenten. 17.000 sind kostenlos. Auch in über 2 Millionen Fachbüchern kann man recherchieren.

  4. Hallo Werner,

    habe das gerade anderswo schon geschrieben, aber auch für Hausarbeiten kann ich Microsoft OneNote sehr empfehlen, eine Notizverwaltung mit der Möglichkeit, Notizbücher anzulegen und Multimedia-Notizen zu verwalten und zu kategorisieren. Damit lässt sich prima Material für Hausarbeiten sammeln, sichten und sortieren. Ich werd mal einen Blogbeitrag darüber schreiben.
    Ansonsten gibt es auf fernstudi.net noch ein Tutorial zum Thema Formatierung wissenschaftlicher Arbeiten: http://www.fernstudi.net/vorlage-bachelorarbeit/vorlage

    Viele Grüße
    Christian

  5. Weiterbildung neben dem Beruf

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