Keynote Jim Wynn (Cisco): „It’s not a flat world – but everybody’s waking up“

Eine der für mich wertvollste Keynotes beim Innovative Education Forum in Berlin hielt Cisco-Chef Jim Wynn. In seinem VortragJim Wynn, Cisco über „Curriculum or Curriculum Architectures“ sprach er über die Veränderungen des Lernens und des Lehrens durch das Web. 1 % der Weltbevölkerung sind Lehrer, das sind ca. 60 Millionen Menschen. Eine der Kernfragen der Bildung ist, wie wir es schaffen diese Lehrer in kürzester Zeit für die Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts fit zu bekommen? Beispielsweise sind 82% der südafrikanischen Lehrer in ICT kaum ausgebildet. Auch bei uns hat noch nicht jeder verstanden, welche Auswirkung ICT für das Klassenzimmer hat. Wird man demnächst im Unterricht hören: „Bitte schalten Sie Ihr Handy jetzt … EIN“, weil das Handy ein wichtiges Gerät für die Bildung sein wird? Diese Situation ist für uns noch nicht wirklich vorstellbar, aber wir stehen an der Schwelle und wir müssen diese Schwelle übertreten. Wynn meinte: „It’s not a flat world, but everybody’s waking up.“

Eine der wichtigsten Skills des 21. Jahrhunderts ist das „verlernen“. Lehrer müssen ihre Schüler auf kontinuierliche Veränderungen vorbereiten, wobei hier die Technik nicht das Problem ist. Die Technik ist die Lösung dafür. Grundsätzlich müssen wir uns auch andere Kriterien überlegen, die den Output von Bildung messen. Bisher prüften wir abfragbares Wissen, also jede Menge Output. Heute geht es um den Umgang mit Veränderungen, also um einen Prozess. Der messbare Output wird weniger, der Lernprozess an sich langwieriger und fordernder, weil es keine Standard-Methoden mehr gibt. Hier ein Ausschnitt der Präsentation, in der der Lernprozess früher (oben) und heute (unten) dargestellt ist:

Lernen früher und heute

Lernen früher und heute

Aber bei aller Technik-Euphorie und Ausnutzung der Möglichkeiten der ICT ist ein vernünftiges Mittelmaß zu finden. Wynn zitierte die Studie „Generation M²“ (8-18jährige), die herausfand, dass sich bei einer exzessiven Nutzung von ICT Lernergebnisse verschlechtern.

Für die nächste Zukunft gilt es, die Entscheidungsträger in der Bildung davon abzuhalten, Barrieren aufzubauen, die zeitgemäßes Lernen verhindern. Wir brauchen Partnerschaften, Individualisierung, Zusammenarbeit, Lehrer des 21. Jahrunderts die Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts vermitteln können und … Visionen. Aber es scheint, als hielten sich viele unserer Bildungs-Manager an den Spruch von Altkanzler Helmuth Schmidt: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“.

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