Mehr Bildung in Blogs (@via literatenmelu)

Melanie Unbekannt hat in ihrem Blog „Literatenmelu“ die Aktion „Mehr Bildung in Blogs“ gestartet. Fünf interessante Fragen zum Thema Bildung sind zu beantworten. Gespannt bin ich auf die Antworten, die da kommen. Hier sind meine:

1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Na, vor allem an meinen Deutschlehrer in der Handelsakademie. Er verlangte von uns, gelesene Bücher zusammenzufassen. Weil wir dabei 1.)   das Gelesene nochmal reflektieren, weil wir 2.) später nur einen Blick in die Zusammenfassung werfen müssten, wenn uns der Inhalt teilweise entfallen ist und weil wir 3.) damit besser lernen könnten. Ich mache das heute noch bei guten Büchern und als Lesekater und Büchersammler profitiere ich immer wieder von dem Schatz, der sich mittlerweile angehäuft hat.  Irgendwann meinte er, wenn ich mit dem Studium fertig sei, sollte ich mich bei ihm melden, um Lehrer zu werden. Hat geklappt – zwar an einer anderen Schule, aber immerhin.

An was ich mich noch erinnere: Jede Menge Zeit zum Computerspielen, die ich später nie wieder hatte. An meine erste und einzige Ohrfeige meines Lebens von der Hausmeisterin in der Volksschule. An Nervosität vor Stundenwiederholungen, aber oft nicht mehr an den Stoff, der damals geprüft wurde. An peinliche Situationen im Musikunterricht während des Stimmbruches. An Wandertage,  Exkursionen, Sportfeste, Skikurse, Stadt-, Sport- und Landschulwochen.

2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Medien? Hmm… Kreidetafel, Overhead, Filme (zuerst Filmrollen, dann Video, keine DVDs).  Als Maturaprojekt im Wahlfach Informatik schrieb ich 1990 einen Vokabeltrainer in Turbo-Pascal. In der Privatwohnung des Informatiklehrers schrieb ich das Programm auf Farbdarstellung um, weil es an der Schule keinen Farbmonitore gab.

3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Wenn ich unsere Frau Minister und die Gewerkschaft in einer Person wäre (seufz), würde ich den informellen Austausch von Lehrern in Kleingruppen (bis 10 Leuten) abseits von Kursen, Lehrgängen und Seminaren untereinander forcieren.  Organisation von regelmäßigen Lehrertreffen, wobei diese einander in 2 – 4 Tagen ihre Spezialgebiete, ihre Methoden, Erfahrungen und Irrtümer näherbringen. Jeder Beteiligte bereitet ein ein- bis vierstündiges Kurzseminar für die anderen vor.  Lehrer-Coaches von den Hochschulen sind bei diesen Treffen dabei, sichern die Qualität und die Ergebnisse.“Junglehrer“ könnten daran teilnehmen und ihren Input liefern, was den aktuellen Stand der Wissenschaft betrifft.

4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Sehr viel. Einmal pro 10-Wochen-Lehrgang erstelle ich Blogs, Wikis oder Podcasts. Wobei ich viel von der Erstellung halte und weniger vom passiven Lesen oder Zuhören. Eine Podcast-Erstellung im Unterricht bringt viel, den erstellten Podcast später als Lerntool zu verwenden sehr wenig. Hier sind meine Beispiele für Podcasts oder Wikis.

5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Wenn Nachhilfe so verstanden wird, dass dem Schüler nachgeholfen wird, eine bestimmte Hürde zu nehmen, dann können Online-Angebote ganz prima sein: Die schnelle Frage über Skype („Wie geht das nochmal?“) oder ein Forum. Oder punktuell ein Online-Kurzkurs über Integralrechnung – warum nicht? Ich glaube aber, dass bei Problemen jener Lernstoff, der online vermittelt werden könnte, nicht immer der Verursacher ist. Hier wird die Bandbreite von simplen Lernmethödchen („Lernen lernen“) bis hin zu handfesten psychologischen Problemen gehen. Und da wird online kläglich versagen.

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