Rappende Lehrer – mögen das die Kollegen?

Der Schülerstandard brachte heute einen Artikel über den US-amerikanischen Mathematiklehrer Daniel Joseph Duey. Duey produziert Rapsongs, die dem leichteren Lernen von Unterrichtsstoff dienen sollen. Beispiel gefällig?

(Download der lyrics von seiner Homepage)

Die Idee kam ihm (lt. Standard) bei der Konzeption eines „Lehrplans“ zu seiner Abschlussarbeit. Gemeint war wohl „Stundenbild“, so heißt das jedenfalls in Österreich. Und dann schreibt der Standard:

„Um abschätzige Meinungen anderer Lehrer kümmert sich Duey nicht. Gedanken und Gefühle anderer zu Unterrichtsmethoden sind für ihn bloß Meinungen. Duey: ‚Ich zerbreche mir nicht den Kopf darüber, ob Lehrer meine Methode mögen, ich helfe lieber den Schülern, und wenn sie mit meinen Methoden zurechtkommen, werde ich diese auch beibehalten.‘ „

Recht hat er. Aber manchmal wird es mühsam sein, seine Energie dazu zu verwenden, „Gedanken und Gefühle“ anderer als Meinung abzutun. Nicht dass ich aus Erfahrung spreche, neeeeeee, keinesfalls. Kann ja gar nicht rappen.

Als Schüler würde ich mir einen besonders „bunten“ Lehrkörper wünschen: Da gehört natürlich der „traditionelle“ Lehrer dazu, der frontal seine Show abzieht. Dann der „strenge“ Lehrer, den manche Schüler brauchen und andere, die dann umso dankbarer „nicht so strenge“ Lehrer im Unterricht genießen. Dann der Methoden-Freak, der Altgediente, der Jungspund, der Nette, der Hastige, der Öko, der Immer-Zu-Spät-Kommende, der Kumpelhafte, der Feine, der Edle, der Lässige, der Sir, der Schöne, der Kluge, der Weise, der Dumme, der Faire und der Unfaire. Und dass ich hier keine weiblichen Formen verwende liegt daran, dass sich vielleicht die Herren etwas weniger auf den Schlips getreten fühlen? Nö, einfach nur, weil ich laut Statistik dann viel weniger böse Mails bekomme, weil es eben weniger männliche Lehrer gibt als weibliche.

Und da ein Lehrerdasein sowieso das Ende der Karriereleiter darstellt, ist falscher Ehrgeiz und das Schielen auf seltsame, vermeintlich bessere oder schlicht andere Unterrichtsmethoden der Lehrerkollegen Gedankengut aus früheren Zeiten. Vertikale Hierarchien, wie sie in Staatsorganisation üblich sind, also „Stellen“, die zu erreichen sind, gibt es für Lehrer nicht. (Okay, Direktor und Stellvertreter, aber die sind dann Verwalter Manager und keine Lehrer mehr).  Im Lehrerjob gibt es horizontale Hierarchien: Je individueller ein Lehrer ist, desto exponierter steht er in der Hierarchie da. Anders gesagt: Viel Feind, viel Ehr. So wie Duey aus Detroit:

Die „Fractions“ eigenen sich für Mathe, gepaart mit Englisch. Irgendwie witzig, der Typ:

(Lyrics)

By the way: Mr. Duey sucht Leute, die seine Texte in andere Sprachen übersetzen. Kontakt: Mr. Duey’s Blog

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