Texte schreiben – Tipps mit Methode

Für das Schreiben komplexer Texte wie zB Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten oder Büchern gab Professor Krings von der Uni Bremen in der Mai-Ausgabe von „Psychologie heute“ einige wertvolle Tipps, die leicht anzuwenden sind:

  • Schreibumgebung optimieren (ergonomischer Arbeitsplatz, Störungen vorbeugen – Handy, Twitter, ICQ, Outlook und: Familie informieren)
  • die eigenen Schreibzeiten ermitteln (wann fällt das Schreiben leicht?) und daraus einen Schreibrhythmus entwickeln (zB täglich von 22.00 bis 0:00 Uhr; überziehen nicht erlaubt)
  • Tagespensum mitten (!) im Text beenden (dadurch ist der Anschluss am nächsten Tag leichter)
(C) BirgitH / Pixelio.de

© BirgitH / Pixelio.de

Genug Material gesammelt und recherchiert? Hast du die tägliche Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt und ist dir manchmal aufgefallen, dass dein Thema in Zeitungen, Zeitschriften, im Fernsehen oder in Gesprächen vorkommt oder Alltagsereignisse zumindest Assoziationen bei dir auslösen? Bist du „schwanger“ mit deinem Thema? Fallen dir spontan (in der Badewanne, beim Sport) Ideen für deinen Text ein?

Weißt du schon, wer deine Leser sind? Weißt du, ob du eine unterhaltsame Kurzgeschichte oder einen Sachtext schreiben möchtest?  Hast du in letzter Zeit möglichst viele Texte dieses Typs gelesen? Dann steckst du bereits mitten in der Planungsphase.

Notiere jede Idee, die du hast sofort in einem Schreibjournal. Ich nehme ein einfaches Schulheft, wo ich regelmäßig zum Thema eine ABC-Liste, ein KaWa oder eine Mind-Map erstelle oder ergänze. Strukturiere den Text indem du die Gliederungsfunktion des Textverarbeitungsprogramms benutzt (zB Kapitel 1, Abschnitt 1.1 usw.)

Für die Schreibphase hat Professor Krings folgende Tipps:

  • Schreibphase von Revisionsphase unbedingt trennen. Nimm in dieser Phase Mängel in Kauf, „keep writing“.
  • Hakt und holpert es beim Formulieren. Macht nichts, „keep writing“.
  • Holpert es wirklich grausam? Dann schreibe so, wie du sprichst.
  • „Houston, we have a problem!“ und es ist momentan nicht lösbar? Dann „keep writing“, notiere aber, was das Problem ist (Belege fehlen, Stil, Beispiel, Argument, …)
  • Fange nicht am Anfang an, wenn der Text schwierig ist.
  • Stelle dir immer vor, deine Leser sitzen im Halbkreis vor dir: Dein Professor, dein Lektor, deine Kinder, deine Schüler. Sagen sie was? Nicken sie zustimmend? Leuchten ihre Augen oder schlafen sie schon? Sind sie verärgert, weil du sie mit „du“ ansprichst😉

Frühestens (!) am nächsten Tag folgt eine mehrfache Revisionsphase. Bei wichtigen Texten sollte jeweils ein Durchgang für Inhalt, Grammatik und Stil, Rechtschreibung und Layout durchgeführt werden. Optimal ist das Feedback von anderen. Was du damit machst, ist deine Sache. Keine Rechtfertigungen!

Bei Schreibblockaden hilft kreatives Schreiben. Vielleicht auch das Führen eines Weblogs (Rhythmus, fixe Zeiten, …).

(Der interessante und empfehlenswerte Artikel in der gefälligeren Sie-Form „Schreibblockaden: So gewinnen Sie den Kampf mit dem leeren Blatt“ kannst du um € 1,40 runterladen.)

2 thoughts on “Texte schreiben – Tipps mit Methode

  1. Meiner Erfahrung nach ist es besonders wichtig, die „persönliche Schreibzeit“ zu finden. Dann läuft es wie von selbst. Das Störungen und Ablenkungen vermieden werden sollten, ist dabei selbstverständlich.

    Die Arbeit mitten drin zu unterbrechen – dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Ich finde man sollte eine krative Phase immer ausleben und wenn möglich zu einem schlüssigen Abschluss bringen. So hat man den Kopf frei und kann sich anschließend wieder auf etwas Neues konzentrieren.

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