Schule der Zukunft: Let’s start playing

In den „Future-News #23“ spricht Matthias Horx über Lernen und das Schulsystem (ab Minute 6:20) . Solche Beiträge tun mir immer gut, wenn ich mich frage, ob mein Minderheitenprogramm abseits von militärischer Strenge, Gleichmacherei von Schülern und Erbsenzählerei der Richtige ist.

Horx geht in seinem Vortrag zu den Wurzeln der Schule zurück: Die Industriegesellschaft verlangte nach flacher Allgemeinbildung, klarer beruflicher Qualifizerung (schon in jungen Jahren), nach Ordnung und Fleiß. Der Unterricht wird in militärischer Form vermittelt, alle Schüler werden gleich behandelt, „nach dem Exerzieren haben wir 10 Minuten Pause“. Allein die Schulsprache ist schon militärisch: In der Berufsschule werden zB Schüler einberufen.

Für so manche ist dieser Drill abschreckend, die Forderung nach lebenslangem Lernen klingt somit wie dieDrohung, „sein Leben mit dem Lateinlehrer verbringen zu müssen“. Dabei hatten wir gedacht, nach der Schule ist dieser Lernerei zu Ende. Nicht umsonst heißt es AUSbildung, AbSCHLUSS und BildungsSTAND.

Die Wissensgesellschaft verlangt aber nach einer universalen Allgemeinbildung, nach leidenschaftlichem Lernen, nach Eigenständigkeit, Selbstkompetenz und emotionaler Intellgenz. Nur durch Individualität entsteht Komplexität, die uns einen Vorsprung oder zumindest ein Gleichauf mit den neuen wissenshungrigen Gesellschaften in China und Indien gewährleisten. Kooperationsfähigkeit und Teamfähigkeit müssten in Rollenspielen simuliert werden. Nur dadurch lernen wir diese Fertigkeiten. Das Motto (der neuen Schule): Work – Life – learn – play.

Das völlige Gegenteil einer Schule der Industriegesellschaft, die nach der Osterhasenpädgagogik dahinwerkelt: Der Lehrer weiß es, versteckt es hinter seinem Rücken und der Schüler muss raten. Heute geht es darum, die richtigen Fragen zu stellen. Das neue Prinzip heißt: Das Google-Prinzip. Wir müssen uns durch Neugier und Engagement an das Problem herantasten um die richtige Antwort zu bekommen.

Das gilt in erster Linie jetzt mal besonders für uns Lehrer. Die Wirklichkeit hat das Bildungssystem längst überholt. Es wird sich nicht so schnell ändern. Wir sollten uns von unten herauf ändern. Auf spielerischer Weise. Auch so könnten wir den Satz von Horx interpretieren: „Instead of playing grown ups – grown ups should start playing“.

Na, dann los. Let’s start playing.

One thought on “Schule der Zukunft: Let’s start playing

  1. Quer gelesen: interessanter Blogbeiträge «

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