Wenn Lehrer zusammenarbeiten …

würden. Seit einigen Wochen grüble ich darüber nach, warum die Zusammenarbeit zwischen Lehrern oft manchmal so schwierig und frustrierend ist. Derzeit gefällt mir zu diesem Thema folgende Analogie:

Wenn meiner Schwiegermutter ein Kochrezept von einer Bekannten empfohlen wird, dann schreibt sie es (handschriftlich) in ein Heft. Möchte eine Freundin meiner Schwiegermutter ein Kochrezept haben, dann schreibt sie es der Freundin (handschriftlich) ab. Heutzutage gibt es Google. Dort tippe ich Zutaten ein, die ich gerade im Kühlschrank habe, und Google spuckt Rezepte aus. Oder ich tippe ein Thema ein: „grillen“, „griechische küche“ usw.

Was waren aber die Zwischenstufen vom Heft bis zu Google? Als die ersten „Heimcomputer“ erschwinglich wurden, wurden Kochrezepte getippt und auf Diskette gespeichert. Diese Disketten konnten ausgetauscht werden. Später gab es diese Disketten oder CDs als kommerzielle Kochrezepte-Sammlungen sogar zu kaufen. Als das Internet populär wurde, entstanden erste Kochrezept-Communities. Eine der ältesten, die ich seit über 10 Jahren noch immer regelmäßig nutze ist das Unix-Kochbuch, das es seit 1994 gibt und völlig gratis feine Rezepte zur Verfügung stellt. Derzeit steht der Kochrezepte-Zug beim Rezepte-Wiki, wo jeder seine Rezepte einpflegen kann und gleichzeitig von den Mitmotivierten profitiert.

Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern kann in ähnlichen Evolutionsstufen erfolgen. Da wäre zuerst einmal die handschriftlich Kochrezepte-Sammlung: Jeder erstellt sich seine Unterrichtsvorbereitung alleine. Hat er einen guten Draht zu Kollegen, lassen die ihn schon mal das eine oder andere Arbeitsblatt abschreiben. Selbstverständlich nur auf Anfrage. Will heißen: Sie geben ihm eine Kopie davon, keinesfalls eine elektronische Version. Dieser Austausch erfolgt naturgemäß nach dem Motto: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Erhält die Kollegenschaft über kürzere oder längere Zeit weder Auge noch Zahn, dann kommt die Zusammenarbeit zum erliegen.

Eine moderne Version der Zusammenarbeit ist der elektronische Austausch – Kochrezepte auf Diskette oder moderner: Auf USB-Stick. Hier sitzen zwei Kollegen ein trauter Einsamkeit vor dem Bildschirm, sehen sich einige Arbeitsblätter im Word-Format durch. Beide haben folgenden Standard-Dialog bestens eingeübt:

A: „Das habe ich zum Thema X gemacht. Möchtest Du haben?“

B: „Ja, bitte. Das wäre ganz furchtbar nett von Dir.“

A: „Okay, dann kopiere ich Dir das auch. Das habe ich zum Thema Y. Möchtest Du das auch haben?“

B: „Ja, das bitte auch. Vielen, vielen Dank.“

A: „Und das habe ich…“ usw.

Die nächste Stufe der Evolution weg vom primitiven Einzeller hin zum denkenden Menschen ist eine zentrale Ablage aller Unterrichtsvorbereitungen, auf die jeder, ohne auf Knien zum Kollegen kriechen zu müssen, Zugriff hat. Idealerweise ist die Ablage elektronisch und hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ein gewisser Unterrichtsstandard (Qualitätsstandard) entsteht. Es wird darauf vertraut, dass jeder seinen Beitrag leistet. Bei zuwenig Vertrauen könnte die Arbeitsbelastung fair verteilt werden. Zusammenarbeit im Team, traumhaft.

Diese Evolutionsstufe hat uns aber leider noch immer nicht aus der dörflichen Gemeinschaft in die weite Welt hinausbefördert. Wie viele Unterrichtsstunden zum Thema „Bankomatkarte“ werden wohl jährlich im deutschsprachigen Raum erstellt. Was kostet das dem Steuerzahler? Wieviele (eigentlich sinnlose) Stunden kostet das den Lehrern? Und den Schülern?

Die Analogie zur EDV-Welt funktioniert auch hier: Früher war die Schwierigkeit, wie etwas zu machen ist, zB wie bringe ich ein Foto auf meine Homepage. Heute, mit Digicams, Fotohandy und Browser ist das kein Problem mehr. Heute kann sich auch ein unterdurchschnittlich versierter User darauf konzentrieren, was auf dem Foto zu sehen ist, eine qualititative Steigerung.

Genauso könnte es mit Unterrichtsvorbereitungen sein: Die Arbeit, wie wird ein Thema unterrichtet, kann zwischen den Lehrern aufgeteilt werden. Jeder Lehrer könnte die gewonnene Zeit nutzen, um die Qualität seines Unterrichtes zu verbessern.

Eine schul- und länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Lehrern wäre ab sofort mit billigen Breitband-Internetanschlüssen und Systemen wie Wikis möglich. Dabei würden Lehrer völlig uneingennützig ihre Vorbereitungen unter der common creative licence ins Netz stellen und andere davon profitieren lassen.

Funktioniert nicht? Warum hat das bei Wikipedia, beim Apache-Webserver („Open Source“), bei den Amazon-Rezension usw. funktioniert? Warum gibt es Tonnen von Freeware und Open-Source wie Gimp, Open-Office, Antivir, Firefox oder Thunderbird, die oft kommerziellen Programmen das Wasser reichen können, wenn sie nicht sogar besser sind? (Anmerkung: Dass es etliche tolle Initiativen wie zB das ZUM-Wiki, OBIS oder die Flickr-Tafelbilder gibt muss ich hier jetzt einfach ignorieren, weil breite Masse der Lehrer dieses Initiativen nicht nutzt.)

In den letzten Monaten habe ich versucht, zumindest über die USB-Stick-Ebene hinauszukommen. Ich bin bei vier Mini-Versuchen (Podcasts von und für Schüler, Beiträge für Homepage, Zeitungsartikel-Pool und DVD-Doku-Archiv) so richtig schön gescheitert. Dass alle vier Projekte einfach nur schlecht waren, glaube ich nicht. Für mich stellte sich also wochenlang die Frage: Warum?

Nach Gesprächen mit Kollegen erscheinen mir zwei Aussagen am logischsten:

1. „Ich hätte dir gleich sagen können, dass das nicht funktioniert.“ und „Das geht im Alltagstrott unter.“

2. „Unter den (jungen) Lehrern herrscht so ein Konkurrenzdenken.“

Den Spruch unter Punkt 1 ist ein alter Bekannter, den man wahrscheinlich in jeder „normalen“ Firma auch manchmal hört. Dem schenke ich nicht weiter Beachtung, wenigstens habe ich es versucht.

Der Punkt 2 erscheint mir interessanter, denn diese Sichtweise war mir neu. Lehrer und Konkurrenzdenken? Warum? Lehrer sind doch mit dem Berufseinsteig bereits am Ende der Karriereleiter angekommen. Der Unterrichtserfolg lässt sich kaum zuverlässig messen und wird auch kaum gemessen? Wozu also Konkurenzdenken?

Je mehr ich aber über diesen Satz nachdenke, desto logischer erscheint er mir: Wenn jede Innovation eines anderen Lehrers als Bedrohung der eigenen Person bzw. Karriere gesehen wird, dann ist jede Innovation eines Anderen automatisch zum Scheitern verurteilt.

Es ist wie am Kinderspielplatz: Anstatt gemeinsam an einer riesigen, schönen Sandburg-Schule zu bauen, bastelt jeder in seiner kleinen Sandkiste an seinem kleinen Sandburg-Fach herum. Manchmal wird ein Schauferl oder ein Küberl ausgetauscht, natürlich nur unter Freunden. Je nach persönlicher Präferenz lädt man den einen oder anderen mal in die eigene Sandkiste ein, wenn gestritten wird, dann wirft man ihn wieder aus seiner Sandkiste. Meine vierjährige Tochter drückt es immer so schön aus: „Der Max (Name geändert), der ist heute nicht mehr mein Freund, der ist blöd.“

Gedankensprung zur nächsten Frage, die sich nach alldem stellt: Wohin also mit der Kreativität und Innovationen von Lehrern? In einen Nebenjob, anderen Job, ein Kabarett, einen Roman oder … einen Blog?

10 thoughts on “Wenn Lehrer zusammenarbeiten …

  1. Hallo Pruwer,
    diesen Beitrag habe ich mit Interesse gelesen, denn er schildert die Grundproblematik des von vielen immer noch so hoch gelobten deutschen Bildungswesens. Diese Feststellung ist sicher kaum eine Hilfe?! Doch vielleicht mach sie etwas Mut für weitere Versuche. Bedenke: Nur steter Tropfen höhlt den Stein.
    Viele Grüße
    HoSi (68)

  2. Das sind gleich zwei Vergleiche drin, die mich zum Nachdenken bringen. Der mit den Rezepten hinkt nur ein bisschen, da man Unterricht eben nicht so ganz nach Rezept machen kann wie ein Kochrezept. Außerdem kann man ein Rezept, das einen interessiert, gleich ausprobieren; für eine Unterrichtsidee braucht man eine Klasse im richtigen Fach in der richtigen Jahrgangsstufe.
    Gut ist der Vergleich, weil gerade die Kochblog-Szene sehr aktiv ist und sehr viel austauscht. Es klappt also – wie bei Amazon und Youtube und so weiter.

    An den Sandkastenvergleich mag ich nicht glauben. Es würde aber tatsächlich viel erklären, wenn es tatsächlich dieses Konkurrenzdenken gäbe. Ich sehe nur gar keinen Grund dafür. Eher den, dass sich Kollegen nicht in die Karten schauen lassen wollen, weil man keinen Tippfehler erkennen lassen oder nicht zugeben möchte, dass man sich nicht merken kann, was ein Hendiadioyn ist oder wie man es schreibt. Vor sich und den Schülern baut man einen perfekten Musterlehrer auf, den die eigenen Unterlagen niemals hergeben.

    Tatsächlich ist an meiner Schule bei vielen Kollegen (auch jungen) die technische Seite immer noch ein Problem: Wie kann ich die Größe eines Bildes aus der Digitalkamera ändern? Was ist eine pdf-Datei? Meine E-Mail funktioniert nicht. Ich benutze keine E-Mail. Und und und.

    Aber das erklärt nicht alles; der Austausch über Papier hat ja auch schon nicht funktioniert. Und auch für den Jahresbericht der Schule jagt man Beiträgen hinterher.

    Ich denke mir, es braucht einfach a) eine kritische Masse von Lehrern, die sich zutrauen, Material in tauschbarer Form herzustellen und b) einen geeigneten Tauschplatz. Das erste ist das größere Problem, denke ich, und da vor allem, seine Ideen vorzeigbar zu machen.

  3. … und c) die Bereitschaft, nach der Vorlage eines anderen zu unterrichten. Vielleicht ist das auch ein weiterer Punkt: Lehrer bedeutet vielleicht für manche (leider) noch immer der Boss zu sein, alles besser zu wissen, selbstverständlich immer Recht zu haben und sich keine Blöße zu geben. Dazu kommt die Freiheit, im Klassenraum im Rahmen der Gesetze tun und lassen zu können, was einem gefällt. Und da soll sich so einer plötzlich an die Unterrichtsvorgaben eines anderen halten? Da wird ein Stückchen Freiheit weggenommen und das haben wir überhaupt nicht gerne.

    Ich persönlich würde Stückchen genau dieser Freiheit liebend gerne hergeben, wenn sich die tägliche Vorbereitungsarbeit reduzieren ließe und ich die gewonnene Zeit zB zugunsten von Weiterbildung, neuen Unterrichtsideen oder einfach „nur“ zur Individualbetreuung von Schülern umschichten könnte.

  4. Ich finde ein großes Problem ist auch das Urheberrecht. Ich kann ja nicht einfach Lehrbuchtexte scannen und für andere ins Internet stellen. Gebe ich nur die Quelle an, ist die Idee schon wieder fast unbrauchbar, wenn andere das Buch nicht selber haben. Ebenso die Rahmenbedingungen: Ich kann in meinem fachpraktischen Unterricht auf einen gut ausgestatteten Raum zurückgreifen, den andere vielleicht nicht zur Verfügung haben. Schon passen meine Ideen wieder nicht für andere. Ein weiteres Problem ist eben, dass der oben schon beschriebenen Unterschiede bezüglich unterrichtsmethodischer und inhaltlicher Vorstellungen. Dem einen Lehrer liegen Rollenspiele eben und dem anderen nicht. Wenn einem Rollenspiele aber nicht liegen, dann sollte man sie auch nicht durchführen. Schon braucht man eine neue Idee. Inhaltlich sind Ideen und Materialien von anderen Lehrkräften u.U. zu oberflächlich, zu schwierig, zu lang angelegt, zu kurz, haben andere Schwerpunkte, etc. Vieles passt einfach immer nicht. Und das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass man der Boss sein will oder die eigene Freiheit von den Ideen anderer eingeschränkt wird. Diese Freiheit wird eben auch von den räumlichen und curricularen Gegebenheiten sowie der Zielgruppe selbst eingeschränkt. Dann glaube ich auch, dass erfahrene Lehrkräfte ihre Ideen nicht verschriftlichen (müssen). Sie haben einfach alles im Kopf (die einen mehr, die anderen weniger). Zu Beginn meines Referendariats waren meine Stundenplanungen fast noch bis auf jeden Satz vorgeplant. Mittlerweile hat sich das stark reduziert. Und wenn man das alles, was man im Kopf hat, verschriftlichen will, dann kann das ganz schön lange dauern. Das Problem der Suche ist ein weiteres. Mir geht es oft so, dass ich ewig eine bestimmte Idee im Internet suche, aber keine finde. Im Nachhinein denke ich dann oft, dass ich besser gleich angefangen hätte, mir Gedanken zu machen.

  5. Urheberrecht ist ein Problem, und deshalb wird es weiter Mailinglisten und andere privatere Formen der Zusammenarbeit geben. Vieles kann man trotzdem öffentlich tauschen: Schulaufgaben/Tests (zumindest in Deutsch, Mathe, Physik; Oberstufenenglisch ist schwieiger) , Arbeitsblätter, Tafelbilder. Zwar nur, wenn das Material selbst erstellt ist, aber davon gibt es genug.

    Ich kann mit ausgefeilten Stundenentwürfen von Kollegen genauso wenig anfangen wie mit Notizen von Kommilitonen damals im Studium. Aber einfaches Material, von dem ich dann selber überlege, wie und ob ich es einbauen kann, das kann ich brauchen: Schulaufgaben, Tafelbilder, Arbeitsblätter. Das, was die Verlage in Papierform anbieten – in der Regel ja auch erstellt von Lehrern. Lang suchen will ich danach aber nicht, und es ist im Moment eben mein Problem, dass gutes Material zu weit verstreut ist.

    Wie sehr man das Material übernimmt und anpasst, das sollte dem Lehrer selber überlassen sein. Ich würde tatsächlich gerne mal öfter die gleiche Jahrgangsstufe im gleichen Fach hintereinander haben – das kommt bei D/E nicht oft vor, und wir sind auch alle ganz stolz darauf, dass wir jederzeit alles machen können. Aber mein Unterricht würde davon profitieren, wenn ich mich öfter wiederholen würde.

    Es stimmt nämlich, dass Lehrkräfte ihre Ideen nicht verschriftlichen – erfahrene wie unerfahrene. Außer merkwürdigerweise an anderen Schularten, wo Stoffverteilungspläne vorgelegt werden müssen. Das brauchen wir nicht, denken wir – aber jedes Jahr werden wir plötzlich wieder völlig vom Monate zuvor bekannt gegebenen Notenschluss überrascht und brauchen „nur noch zwei doer drei Tage mehr“.
    Mehr Verschriftlichung täte zumindest mir gut; aber man hat das Gefühl, es lohnt sich nicht – vor dem nächsten Mal liegen ja eh die Sommerferien.

  6. Interessante Zeiten » Lernmodule (nicht nur) für Lehrer

  7. Wenn ich mir diesen Beitrag durchlese und mir die Kommentare anschaue frage ich mich, ob ich mich richtig entschieden habe das Berufsschullehramt zu studieren, um Lehrer zu werden. Da ich vorher mehrere Jahre im Unternehmen gearbeitet habe wurde gar nicht darüber disskutiert, ob ich „etwas“ haben durfte oder nicht. Wenn eine Information gebraucht wurde musste sie halt hergegeben werden. (Und genau hier entsteht ein Konkurenzdenken unter den Mitarbeitern, denn jeder möchte ja groß rauskommen, wenn er sich etwas erarbeitet hat, was nun von Nutzen ist.) Aber hier liegt auch genau der Vorteil in einem freien Unternehmen. Es hat ein Produkt, wo jeder mit dran arbeiten muss, dafür hat er den Arbeitsvertrag unterschrieben. In der Schule liegt dieses Produkt zwar auch vor (Schüler gut zu unterrichten) aber es ist nicht zwingend notwendig, an einem Strang zu ziehen. Jeder hat seine eigene Vorstellung, was guter Unterricht ist und man hat ja auch (bisher) die Macht gehabt, jemanden in seinem Unterricht schauen zu lassen oder eben nicht. Der bequemere Weg ist natürlich, eben nicht „zuschauen“ lassen, geschweige sich Feedback zu holen (das kann ja auch wehtun). Das soll kein Vorwurf sein, denn ich glaube eher, dass es ein zutiefst menschlicher Zug ist den bequemeren Weg zu suchen, denn warum fällt es uns so schwer sich von alten Gewohnheiten zu trennen? Wenn nun eine Lehrkraft 20 Jahre unterrichtet hat wird sie nicht einfach ihre Unterrichtsstrategie aufgeben. Hat ja 20 Jahre funktioniert, wie gut bleibt natürlich offen.
    Ich habe mir das Ziel gesetzt, von Anfang an mit anderen Lehrern zusammen zu arbeiten. (Keine Sorge, denn ich hörs schon: Lass den erst einmal in die Schule kommen…) Einer meiner nächsten Schritte wird sein, meine Komillitonen und auch die, die schon im Referendariat sind zu Linktauschbörsen, Wikis und Blogs einzuladen. Positive Signale habe ich bereits bekommen, mal sehen, wie ernst denen es ist.
    Und wer mag, kann sich bei in den Netzwerken „Der Physiklehrer“, „Berufsschule 2.0“, „Schule&Computer“ und „LehrerBlog“ nach Links umschauen. Es sind junge Netzwerke, aber ein Anfang ist gemacht.
    @ Werner: Ich habe meine Links von Mister-Wong nach oneview verlegt, falls noch Interesse besteht.

    Freundlich grüßt

    Thorsten S.

  8. Ich sehe auch ein großes Hemmnis im Urheberrecht… Eh ich mich für andere an die Grenze der Legalität begebe, lass ich’s lieber… ist ziemlich einfach, .. ich weiß.. Aber die Sache ist so komplex und meine Schüler interessiert es nicht, welche Internet- oder Buchquellen ich ihnen gerade in die Hand drücke.
    Es gibt aber einen wirklich umfangreichen Pool von Arbeitsmaterialien auf 4teachers.de. Lohnt sich..

  9. Toller Beitrag – vielen Dank! Ich werde ihn gleich benutzen für mein Referendars-Modul: „Individuelles Unterrichten mit Weblogs“ und diese Seite zeigen!
    Ich teile Herrn Raus Bedenken, was die Vorstellung angeht, man könne Unterricht wie Kochrezepte verbreiten. Denn die „Zutaten“ sind nicht überall die gleichen – wie beim Kochen! Wir brauchen als „Unterrichts-Zutaten“ ja nicht nur „Unterrichtsstoff“ und Arbeitsblätter mit Betriebsanweisungen. Wir brauchen ja auch die Schüler (na gut, manche Lehrer vergessen sie im Eifer des Unterrichtsgeschäfts zuweilen tatsächlich!). Schüler sind immer einmalige Menschen und bilden in Gruppen und Klassen einmalige Einheiten. Und dann: Unterrichten ist eben nicht identisch mit Lernen. Unterrichten ist Organisation von Lernprozessen. Die Prozesse selbst finden aber in diesen Schülern und ihren Gruppen statt. Und wollten wir im Lernen 2.0 Zeitalter nicht endlich die Schüler an ihrem Lernen selbstbestimmt beteiligen? Wenn so, dann gibt es keine Rezepte zum guten Unterricht – außer der Offenheit, immer wieder neu den Gegenstand mit den jeweils konkreten Menschen zusammenzubringen.
    Ich glaube, dass Lehrerblogs auf eine ganz andere Art und Weise nützlich sind. Wir nutzen sie schon alle zusammen die ganze Zeit:
    – wir berichten über unsere Erfahrungen und tauschen sie offen im Netz aus
    – wir sehen, dass andere Kollegen gleiche oder ganz andere Erfahrungen machen
    – wir identifizieren Probleme
    – wir kommunizieren über neue Ideen der Lösung unserer Praxisprobleme
    – wir erfinden zusammen neue Problemlösungen
    – wir tauschen uns über unsere Erfahrungen bei der Anwendung dieser Problemlösungsideen aus
    – und wieder von vorne.

    Und das ganze kann man dann eben auch mit Schülerlernprozessen genau so organisieren.

  10. Danke für den Kommentar, bin ganz Deiner Meinung.

    Darf ich noch eines hinzufügen: In meiner Welt nimmt die Schulorganisation keinerlei Rücksicht auf den Informations- und Erfahrungsaustausch von Lehrern. Das geschieht maximal in einigen wenigen Seminaren, im Schulalltag kaum. Und wenn dann manchmal in de Pause ausgetauscht wird, dann ist es oft frustrierend, für jede neue Idee innerhalb von 60 Sekunden 15 Gegenargumente an den Kopf geknallt zu bekommen, warum das nicht funktionieren wird. Darum mag ich Blogs so sehr – hier treffen sich eher Gleichgesinnte, die anderen lesen Blogs ja nicht😉

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