10 falsche Annahmen über das Lernen

Kostenlos zum Runterladen sind einige Artikel über Education von Barbara Prashnig, insbesondere hat mir der Artikel „10 False Beliefs about Learning“ gefallen. Hier beschreibt sie in einem von 10 Tipps, dass die Aufforderung an Schüler, aufrecht zu sitzen kontraproduktiv für das Lernen ist: Das Gewicht des aufrecht sitzenden Körpers drückt auf das Gesäßgewebe und führt oft zu Müdigkeit, Unwohlsein und dem Bedürfnis, häufig die Körperhaltung zu wechseln. Mir war das prinzipiell schon bekannt und ich habe eine meiner Klassen von Beginn an (testweise) erlaubt, im Unterricht zu lümmeln, das heißt: Es ist okay, die Füße bequem auf Sesseln zu lagern oder sogar den Kopf auf den Armen liegen zu lassen (normalerweise ein Wahnsinn, wenn das der Chef sieht…). Eine Schülerin nützte dies leidlich aus und erweckte manchmal sogar den Eindruck, im Unterricht zu schlafen. Für mich war das höchst irritierend, aber ich wollte diesen „Wohlfühl-Unterricht“ unbedingt mal ausprobieren und siehe da: Diese Schülerin erreichte in den bisherigen beiden Leistungsüberprüfungen jeweils den besten Punktestand im Vergleich zu ihren Kolleginnen. Zufall? Vielleicht.

Barbara Prashnig hat berichtet, dass in vielen Schulen die Klassenzimmer schon so umgestaltet sind, dass die Schüler bequeme Haltungen beim Lernen einnehmen können. Dies funktioniert mit Teppichen, Kissen und Couches. Dass der Lehrer in unseren Klassen als einziger über einen gepolsterten Sessel verfügt und die Schüler auf harte Sessel sitzen müssen um zu verhindern, dass sie einschlafen, ist ein Relikt aus der frühchristlichen Zeit: Dem hart arbeitenden Fußvolk sollte durch unbequeme Kirchenbänke die Möglichkeit genommen werden, während dem sonntäglichen Gottesdienst einzuschlafen.

Ebenso berichtete Fr. Prashnig, dass Neonlicht mit ihrem Geflacker und Gesumme die Schüler psychisch beunruhigen. Für viele jugendliche Lerner ist diese Art Licht auch viel zu hell. Dass Jugendliche sich die Augen verderben, wenn sie bei schummrigen Licht lesen, ist ein Märchen. O-Ton Fr. Prashnig: „In Finnland arbeiten wir in einigen Schulen sogar mit Kerzenlicht. Und stellen Sie sich vor, es ist noch keine einzige Schule abgebrannt!“

Ich beobachte bei meine Schülern immer, dass sie ungerne Licht im Klassenzimmer machen. Bisher habe ich den Schülern beim Betreten der Klasse immer das Licht aufgedreht und sie mit einem lauten „Good morning“ (auch am Nachmittag) begrüßt. Das habe ich heute nicht mehr gemacht. Meine „lebendigste“ Klasse war heute super angenehm und produktiv. Zufall? Vielleicht.

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