Medien im Unterricht – Verwaltung mit Google Spreadsheets

Wie Jochen English in seinem Blogeintrag vom 15. September beschreibt, hat es Sinn, mögliche Medien (DVD, Videokassetten, Audio-CDs, CD-ROMS usw.) für den Unterricht unter Lehrern auszutauschen. Derzeit gibt es in der Schulbibliothek mehr oder weniger wohlsortiert eine kleine Menge an (veralteten) Videokassetten, sehr übersichtlich. So mancher Lehrer zeigt aber im Unterricht seine privat aufgenommenen oder gekauften Videos und hütet diese wie einen Schatz. Logisch, dass dieser Schatz für andere Lehrer auch nützlich wäre. Aber wie erfahren wir, welcher Lehrer welches Material hat?

Ich habe via Google-Spreadesheets und meinen teils privaten, teils unterrichtsspezifischen Medien gestartet. Ganz ideal sind Google-Spreadsheets nicht, aber derzeit habe ich nichts Besseres gefunden. Ich wollte unbedingt eine Sortiermöglichkeit nach Fächern und nach Klassen haben. Die besteht aber nur, wenn Benutzerrechte vorhanden sind. Und diese sind nur möglich, wenn ein Google-Account besteht. Also eine Hürde für viele Lehrer („wozu brauche ich einen Google Account? Ich will den nicht…“). Leider musste ich auch für jedes mögliche Fach eine eigene Spalte anlegen, da manche Filme für mehrere Fächer geeignet scheinen und ein Mehrfacheintrag mit Sortierung in einer Excel-Zelle nicht möglich ist. Verlinkt habe ich das Spreadsheet (… warum wollen meine Finger immer spreadshirt tippen, seltsam…) über mein lernenheute-wiki. Die Einbindung eines Google-Docs Widgets wurde dort einfach genial und super-einfach gelöst. So machen Wikis echt Spaß!

Kurz habe ich versucht, diese Datenbank über Latengo.de aufzubauen. Das Definieren der Datenbankfelder ist hier komfortabel gelöst, Mehrfacheinträge pro Datenbankfeld sind möglich, ich kann also einem Eintrag mehrere Unterrichtsfächer zuordnen, indem ich sie einfach anklicke. Auch das Befüllen der Datenbank via csv-Format ist sehr benutzerfreundlich. Warum bin ich nicht dabei geblieben? Erstens gibt es keine komfortable Suchfunktion: Ich kann zB nicht nach einem Unterrichtsfach und einem zweiten Kriterium wie zB 1. Klasse suchen, weil die „1“ von 1. Klasse auch im Feld 2001 enthalten ist. Zweitens lässt das Layout zu wünschen übrig: Eine DB mit vielen Felder wird horizontal gescrollt und ist, wie ich finde, sehr umständlich zu bearbeiten, wenn man jedes Feld überarbeiten möchte. Also besser im Excel die DB fertig machen und dann erst einspielen. Würden diese beiden Punkt besser gelöst, wäre Latengo.de die weitaus bessere Lösung. Eigentlich wünsche ich mir ein Google-Access.

Gerade eben hat mich meine Frau gefragt: „Warum machst du das? Glaubst du wirklich, dass deine Filme den meisten Kollegen nicht völlig egal sind?“ Vermutlich hat sie Recht. Aber wieviel kostbare Zeit könnten wir Lehrer durch gezielte Kooperation einsparen, indem nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht und das dann wie einen geheimen Schatz hütet? Wieviel Doppel- und Dreifachgleisigkeiten gibt es in einem Lehrkörper an der Schule? Wie sehr könnten zB jene Lehrerinnen von so einer Zusammenarbeit profitieren, die „nebenbei“ noch zB einen Haushalt führen müssen, die vom Partner für ihren Job nicht so freigespielt werden wie ich? Oder jene, die Alleinerzieher sind?

Irgendwer muss den Anfang machen. Zeigen, wie einfach das ist, das mit dem Web.

6 thoughts on “Medien im Unterricht – Verwaltung mit Google Spreadsheets

  1. > Ich habe via Google-Spreadesheets und meinen teils privaten, teils unterrichtsspezifischen Medien gestartet.

    Die Möglichkeit zu sortieren ist natürlich sehr gut. Da könnte man bei Filmen Tags für den Inhalt bzw. mögliche Themengebiete angeben.

  2. Ich finde Ihre Idee sehr gut, kann aber auch den Kommentar Ihrer Frau ganz gut nachvollziehen. Leider gibt es immer noch viel zu wenig Interesse an den Möglichkeiten, die das Web 2.0 auch für Bildung und Wissenschaft bietet.

  3. Auch wenn der Blogeintrag schon etwas älter ist, darf ich auf die rechtlichen Aspekte hinweisen. Eine privat gekaufte Audio-CD, ein Video o.ä. dürfen eben leider nicht im Unterricht gezeigt werden, sondern nur im privaten Kreis.

    Etwas anderes ist es bei den Materialien der Schule, welche mit den entsprechenden Lizenzen für das Aufführen im Unterricht ausgestattet sind, d.h. das Land hat hierfür an die Gema usw. gezahlt.

  4. Danke für den Hinweis! Die rechtliche Situation zur Vorführung von Videos im Unterricht ist in der EU nicht einheitlich geregelt. Momentan ist sie in Österreich für Lehrer und Schüler günstiger als in Deutschland. Wir in Österreich dürfen so manches im Unterricht zeigen.

  5. Herr Rau hat Recht, da Schüler und Lehrer sich persönlich kennen, ist es in einer Klasse keine Veröffentlichung. Aber bei einer Klassenhomepage, zu der Eltern und Schüler der Klasse Zugang haben, ist es schon anders.

    Heiko

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