Genies werden gemacht, nicht geboren

Philip E. Ross berichtet in „Spektrum der Wissenschaft“ (Ausgabe Jänner 2007) im Artikel „Wie Genies denken“, dass wahres Könnertum nur durch angestrengtes Üben erreichbar wird, viel weniger durch Talent, wie gemeinhin angenommen wird.

 Wie wird man Meister in seinem Fach?

Informationsstrukturen im Gehirn zu verankern erfordert einen immens hohen Aufwand. In der heutigen Zeit ein wahrer Könner zu werden (zB im Schach, Golf oder Programmieren) dauert ca. 10 Jahre. Dazu ist folgende Vorgehensweise notwendig:

  • Suchen von Herausforderungen, denen man gerade noch nicht gewachsen ist
  • Konstante Steigerung der Ansprüche
  • Kritische Analyse der eigenen Leistung
  • Immer höhere Ziele

Die meisten Anfänger praktizieren dieses angestrengte Üben kurze Zeit und lehnen sich nach Erreichen eines bestimmten (sozialen) Levels zurück. In der Fahrschule oder beim Erlernen von Golf wird angestrengt geübt; sobald der Führerschein in der Hand ist oder der Spieler mit seinen Golf-Partnern in etwa mithalten kann, ist Schluss damit. Aber: eine automatische Leistungserbringung verbessert das eigene Können nicht mehr.

Eine Untersuchung an Profifußballern hat ergeben, dass sie meist im Quartal nach Saisonbeginn geboren wurden. Beim Fußballtraining als Kind gehörten sie also immer zu den größten und stärksten Kindern. Sie befanden  sich in einer wahren Erfolgsspirale. Trainer verwechselten (und verwechseln) Frühreife mit Talent und förderten diese Kinder besonders. Das heißt im Umkehrschluss: Genies werden gemacht, nicht geboren.

Zitat:

Statt darüber nachzugrübeln, warum Johnny nicht lesen kann, sollte lieber gefragt werden: „Warum sollte es irgendetwas auf der Welt geben, das er nicht lernen kann?“

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