Urbane Trance oder „Warum funktioniert der Mikromann?“

MenschenmengeIch habe mich immer gewundert, wie es der Ö3-Mikromann schafft, so super-originelle Antworten auf Fragen wie „Wieviele Länder nehmen am G8-Gipfel teil?“ zu bekommen. Eine schulbezogene Meinungsumfrage von ihm war, was die Wiener davon halten, dass bei der mündlichen Matura immer öfter abgeschrieben wird. Besorgt stelle ich mir nach solchen Interviews die Frage: Wie blöd sind wir Österreicher wirklich?

Erleichert stelle ich nun nach einigem Schmökern in Daniel Golemans Buch „Soziale Intelligenz“ fest: Wir Österreicher sind nicht dümmer als andere Völker. Goleman beschreibt ein Phänomen, das vor allem Stadtbewohner trifft: die „urbane Trance“:

Zitat: „Soziologen gehen davon aus, dass wir im Gedränge in einen selbstversunkenen Zustand verfallen, um uns durch Abschottung gegen die Reizüberflutung zu wehren. Angesichts des Lärms um uns herum werden wir benommen und taub.“

Goleman bespricht in diesem Abschnitt zwar, warum so viele Menschen in der Stadt achtlos an Hilfsbedürftigen vorbeigehen, das Phänomen könnte aber auch auf den Mikromann zutreffen: Wer sich in dieser Art Trance befindet, kann auf fies gestellte, aber an sich einfache Fragen, keine korrekte Antwort liefern. Dieser Trancezustand könnte auftreten, sobald die Wohnung verlassen wird und endet bei Ankunft in der Schule oder am Arbeitsplatz. Hoffentlich.

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