Die Selbsteffizienz als Lehrer verbessern

Der gleichnamige Artikel im Standard vom 5. Mai von Hartmut Volk beschreibt, wie Führungskräfte ihre Selbsteffizienz steigern und zugleich ihren Kräfteverschleiß minimieren können. Ich denke, Lehrer sollten sich in der Weiterbildung auch auf Fachliteratur für Führungskräfte spezialisieren, genauso wie zB die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Literatur über Firmenfusionen in der Gesamtschuldebatte (Fusion von Hauptschule und AHS) nützlich sein könnten.

Wie können wir unsere Selbsteffizienz als Lehrer verbessern? Ich lege die Aussagen des Artikels über Firmen und Führungskräfte jetzt einfach auf Schule und Lehrer um und kommentiere hie und da ein wenig:

  • Wer etwas erreichen will, muss andere erreichen können. Will heißen: ist die Beziehungsebene in Ordnung, dann können wir auch lehren und lernen. Energie in sinnlose Kleinkriege zu investieren, ist, wie jeder andere Krieg auch, Ressourcenverschwendung. Insofern sind Bücher wie „Das Lehrerhasser Buch. Eine Mutter rechnet ab.“ allein vom Titel her kontraproduktiv.
  • Das größte Einsparungspotenzial der Kraft liegt im zwischenmenschlichen Bereich. Bereits 41% aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland gehen zulasten psychischer Erkranungen. Bei Lehrern wird das nicht viel anders sein, wie bekannt ist. Oder nicht? Stichwort Burn-Out.
  • Gelassene Aufgeschlossenheit statt nervöses, bewusst oder unbewusst konfrontatives Verhalten.
  • Zufriedenheit mit der Führungskompetenz verbessert die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitern um den Faktor 3,6. (Wieviel weniger mühevoll muss dann das Lernen für Schüler sein? Wieviel kräfteschonender das Unterrichten?)
  • Gut geführte Unternehmen (Schulen) haben eine angstfreie, partnerschaftliche und stimulierende Unternehmens- und Führungskultur.

Wie sollten wir miteinander umgehen? (Lehrer und Schüler, Lehrer und Lehrer, Eltern und Lehrer)

  • Jeder ist ein Individuum und verhält sich auf seine Weise. Erwarte nicht, dass er sich so verhält, wie du dich verhalten würdest? Erwarte nicht, dass er so denkt wie du.
  • Werden Individuen auf „Norm“ getrimmt, so kann kaum Leidenschaft für ein Thema entstehen. Gleichmacherei kastriert den Geist.
  • Eine „blinde“ Reaktion auf gezeigtes Verhalten, ohne den Grund zu hinterfragen, kommt einem Raubbau an den eigenen Kräften gleich und zeugt von Unsicherheit, Unreife und mangelnde Souveränität. Eingeschnappte, beleidigte Führungskräfte (Lehrer) geben das Heft des Handelns aus der Hand.

Das „Was“ und das „Wie“?

Zwischenmenschliche Beziehungen finden immer auf der Sachebene („Was“) und der Beziehungsebene („Wie“) statt. In der Kommunikation sollten beide Ebenen getrennt werden (… schwierig, schwierig…):

  • Wird ein Fehler gemacht (Sachebene), ist nicht automatisch der Mitarbeiter (Schüler) schlecht oder unfähig (Beziehungsebene).
  • Genervt oder ärgerlich zu reagieren spricht die Beziehungsebene an, nie die Sachebene. Der „Draht“ zum anderen wird damit gekappt. Lernen wird unmöglich.
  • Wird auf der Beziehungsebene die Verbindung unterbrochen, geht auf der Sachebene auch nichts mehr: Konfrontation, Stagnation, eventuell Sabotage oder Frustration folgt.
  • Wenn schon ein Donnerwetter, dann bitte auf der Sachebene: Nicht automatisch die Person infrage oder bloßstellen und verletzten. („Sie schon wieder…“)
  • Die effizienteste Führungskraft ist jene, die bewirkt und nicht durchsetzt.
  • Humor ist eines der stärksten Führungsinstrumente. Schmunzelnde Selbstdistanz ist ein Lebenselixier für den Kräftehaushalt.

Merken: „Frühzeitig sozial kompetent, und man spart sich Probleme in der Zukunft“.

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