Wikipedia im Unterricht

Lehrer Lämpel (1980): „Nein, Taschenrechner dürft ihr nicht verwenden, sonst verlernt ihr das Rechnen.“

Lehrer Lämpel (1990, 1999 und 2007): „Nein, Wörterbücher im Englisch-Unterricht dürft ihr nicht verwenden, sonst lernt ihr mir ja keine Vokabeln mehr.“

Lehrer Lämpel (2007): „Nein, Wikipedia dürft ihr nicht verwenden. Da kann ja jeder reinschreiben was er will.“

Pssst. Ein Geheimnis: Wikipedia hat bei mir im Kampf gegen Lehrer Lämpel bereits gesiegt. Ich bin begeisterter Wikipedianer. Für die Vorbereitung vieler Unterrichtsstunden, gerade in Wirtschaftskunde oder in Politischer Bildung, kann ich mir ein Leben ohne Internet, und hier spielt Wikipedia eine große Rolle, nicht mehr so recht vorstellen. Wenn Sie das hier lesen, denken Sie wahrscheinlich so wie ich. Ansonsten würden Sie ihre Zeit nicht mit Lesen von Weblogs totschlagen sinnvoll nützen.

Natürlich und selbstverständlich sollten auch Schüler das Internet zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts nutzen. Und selbstverständlich gibt es Lehrer die das verbieten. Das ist gut so, da wird die Schule schön bunt. Da trainieren wir, wie man Infos bei Stromausfall besorgt oder im schlimmsten Fall, wie man Infos nach dem 3. Weltkrieg besorgt.

Aber wie verhindern wir, dass unsere Schüler in Zukunft alle dieselben „Wikipedia-Referate“ herunterleiern? Auf Lernardo.com gibt es die Idee, willkürlich zusammengestellte Fragestellungen statt Referaten ausarbeiten zu lassen, die Informationssuche zu beschreiben (Stichwort Konnektivismus) und eine Mind-Map als Hand-Out abzuliefern. Die Mind-Map lässt sich zB Online mit bubbl.us erstellen.

Hat Ihre Schule schon einen Eintrag in Wikipedia? Wie wäre das als Mini-Projekt? Oder haben die Schüler Inhalte erarbeitet, die in Wikipedia in dieser Qualität noch nicht enthalten sind? Was spricht gegen eine Mitarbeit an Wikipedia im Unterricht? Nichts? Na, eben.

Dass Wikis in Firmen eine tolle Sache sind, beschreibt Frank Roebers von der Synaxon AG in einem brandeins Artikel. Wie wäre es, wenn der Berufsschul-Lehrling bei der Einführung oder bei der Pflege des Firmen Wikis die Nase vorn hat?

By the way: Vor einigen Tagen ist das Wort „Wiki“ ins Oxford English Dictionary aufgenommen worden.

Nice

…, isn´t it?

2 thoughts on “Wikipedia im Unterricht

  1. Du hast vollkommen Recht, Werner!

    Mein Problem mit Wikipedia und „dem Internet“ (ich bleibe absichtlich so pauschal) ist nur, dass es SchülerInnen leichter ermöglicht, Leistungen vorzutäuschen als früher.

    Solange die tollen neuen Medien in einer wissenschaftlich ethischen Art und Weise verwendet würden, – super – da bin ich voll dabei! Schulprojekte, etc. mit Wikis sind spitze! Nur habe ich die Erfahrung gemacht, dass es auch genug SchülerInnen gibt, die diese Ethik nicht respektieren und rein aus – ich sage mal „Zeiteffizienz“ – abschreiben und kopieren, was das Zeug hält.

    Und dabei lernen sie weder etwas (denn sie recherchieren ja nicht wirklich, sondern kopieren den ersten Eintrag bei Google heraus – der meist von der Wikipedia stammt), noch bringen sie eine wirkliche Leistung, die es wert ist, mit einer Note honoriert zu werden.

    Daher meine Idee des „Work in Progress“. Dieser Ansatz könnte den beiden vorhergenannten Problemen entgegenwirken. Mal sehen …

    Liebe Grüße, Stephan 🙂

  2. Hallo!
    Wichtig erscheint mir, dass man Arbeitsprodukte von den Schülern verlangt, die eben nicht mit dem „Kopieren“ eines Wikipedia-Artikels erledigt sind. Z.B. könnte eine andere Textsorte verlangt werden. Natürlich müssen dann die Kriterien genau beschrieben werden.
    Beste Grüße
    alex

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