Lehren und Unterrichten

Was ist der Unterschied? An den Universitäten spricht man von der Lehre, an der Berufsschule vom Unterrichten.

Willman (1909) sagt: „Der Lehrende macht einen Inhalt des Wissens und Könnens zugänglich; der Unterrichtende arbeitet denselben in die Köpfe der Schüler hinein…“

Prüher (2007) sagt: „Das Internet macht einen Inhalt des Wissens und Könnens zugänglich; Unterrichtsmethoden arbeiten denselben in die Köpfe der Schüler hinein…“

Und genau an griffigen, genialen Unterrichtsmethoden für das Internet (für Web 2.0) fehlt es. Mehr als das floskelhafte „Lerntagebuch“, „Fotostory“, „Rollenspiel“ usw. gibt es noch nicht. Wo bleiben didaktische Ansätze, die das Internet optimal nützen. Die gibt es nicht.

Das Internet stellt in wenigen Jahren das gesamte kollektive Wissen der Menschheit zur Verfügung, wenn der Strom dafür reicht ;-). Aber wer, außer mir natürlich ;-),  möchte schon das gesamte kollektive Wissen der Menschheit lernen?

Heute lernen wir manchmal (oft) Faktenwissen, das wir später vielleicht eventuell benötigen und bis dahin vergessen haben, unter dem Aspekt, dass wir zumindest noch wissen, wo wir nachsehen müssen, wenn es nicht völlig veraltet ist. Etwas verworren, ich weiß. Aber ich habe unser Schulsystem nicht erfunden.

Ladies und Gentlemen, und nun das berufsbildende System der Zukunft (*tusch*):

Erstens:
6 Monate Basisausbildung für den Job, danach Status der Hilfskraft.

Zweitens:
Verpflichtende Weiterbildung in den ersten fünf Jahren (verpflichtend für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber gibt frei, der Arbeitnehmer belegt Module, die er für seinen Job benötigt + 50 % Anteil an Allgemeinwissen).

Drittens:
Möglichkeit des berufsbezogenen Matura-Abschlusses nach fünf Jahren.

Viertens:
Regelmäßige jährliche, beiderseitige verpflichtende Weiterbildung im Ausmaß von mindestens vier Wochen.

Fünftens:
Möglichkeit von berufsbegleitenden akademischen Abschlüssen in Form von Teilzeit bzw. Karenzjahren.

(Hätte ich was zu sagen, hätte ich mir die Zeitangaben genauer überlegt. Eine Aufweichung des Systems gibt es dann sowieso in den Koalitionsverhandlungen 2037.)

Grund:
Was unterscheidet unseren Bildungsstandard von China und Indien in zehn Jahren? Naaaa? Nichts? Die sind genauso gut drauf wie wir? Warum leben die dann heute schlechter? Weil wir 2007 und nicht 2017 haben.

Darum: verpflichtendes, lebenslanges Lernen. Für die Volkswirtschaft, Kinder und Kindeskinder.

Verrückt?

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