Ein neues Lernparadigma: Der Konnektivismus

Der Kanadier George Siemens hat eine „learning theory for the digital age“ entwickelt. Zusätzlich zu der Perspektive des Individuums bei den traditionellen Lerntheorien wie zB Behaviourismus, Kognitivismus oder Konstruktivismus kommen weitere Perspektiven hinzu:

Leitsätze des Konnektivismus:

  • Lernen und Wissen erfordert verschiedene Meinungen in einer Gesamtrepräsentation und Kennzeichnung des besten Denkansatzes
  • Lernen ist ein Prozess, der spezialisierte Wissensknoten oder Informationsquellen verbindet
  • Wissen wird in nicht-menschlichen Einrichtungen gespeichert
  • Die Fähigkeit, mehr wissen zu wollen ist wichtiger als der derzeiti-ge Wissensstand
  • Lernen ist ein Prozess, kein Endprodukt
  • Kernkompetenz von heute ist die Fähigkeit, Verbindungen zwischen Wissensbereichen, Ideen und Konzepten zu erkennen.
  • Zeitgemäßes Wissen ist das Ziel aller Lernaktivitäten
  • Der Lernende muss in der sich rasch wandelnden Wirklichkeit entscheiden, was Bedeutung hat und was er lernen möchte. Entscheidungen treffen ist eine Basis für das Lernen.

Das Wissen über „Wo“ und „Wer“ ist heute wichtiger, als das „Wie“ und „Warum“. Siemens spricht vom Bild der Wissens-Röhre („Pipe“), die mit verschiedenen Quellen des Wissens verbunden ist. Weil sich der Wissens-Inhalt so rasch ändert, ist es die „Pipe“, die wichtig ist, nicht der Wissens-Inhalt.

Knowing Knowledge nach Siemens

Quelle: George Siemens, Knowing Knowledge, 2006

Nun gibt es pipes.yahoo.com

Nun ja, reichlich kompliziert, aber ein Anfang, persönliche Pipes über das Internet zu stülpen. Meine Idee dazu: Man nehme sein eigenes Weblog, erstelle einen Beitrag über ein Interessensgebiet. Man füttere yahoo-pipes mit meinem Weblog, lasse dort den Content analysieren (=“Analyse Content“), leite das Ergebnis dort in eine For-Each-Schleife und lasse für jedes Element eine Yahoo-Suche durchführen, vier Flickr-Bilder anzeigen, thematisch passende Beiträge aus meinen favorisierten Weblogs anzeigen und frage vorher ab, wie aktuell das ganze sein soll (=Datumsabfrage).

Was erspart man sich: hunderte Sucheingaben in der Suchmaschine, manuelle Filterung durch Anklicken und Probieren der Links, jede Menge Zeit. Nach einigen Minuten herumprobieren habe ich den Eindruck, dass sich damit auch sehr kreativ arbeiten lässt. Wenn die Pipes automatisch Flickr-Bilder und Youtube-Videos vorschlagen, dann fließen die Gedanken in Richtungen, die vorher nicht da waren. Soweit zur Theorie, in den nächsten Wochen wird sich zeigen, was die Pipes in der Praxis leisten können.

 

6 thoughts on “Ein neues Lernparadigma: Der Konnektivismus

  1. Nochmal: Der Konnektivismus « Lernen Heute

  2. Wikipedia im Unterricht « Lernen Heute

  3. Ich habe die Erfahrung gemacht das Interesse das Lernen erheblich erleichtert. Weiterlernen bzw auf dem Gelernten aufbauen erfordert natürlich gut Informationsquellen.
    Ich teile nicht mit Ihnen die Meinung das das „Wo“ und „Wer“ wichtiger ist , als das „Wie“ und „Warum“. beim kompakten lernen darf das Eine das Andere nicht ausschließen.

  4. Der Konnektivismus – Trend, Eintagsfliege, Lerntheorie oder -konzept? « eL-Tut Blog

  5. Der Konnektivismus – Trend, Eintagsfliege, Lerntheorie oder -konzept? | eedulounge.de

  6. Der Konnektivismus – Trend, Eintagsfliege, Lerntheorie oder -konzept? | Blog

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