1. E-Learning Symposium OÖ 2007

Heute war der erste Tag des E-Learning Symposiums an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. Tanja Jadin berichtete von ihrem Seminar, in dem Studenten ein e-learning Handbuch mittels Wiki erstellten. In diesem Seminar wurde verschiedene Tools wie elgg, media-wiki oder moodle verwendet. Social Software sollte kollaboratives, informelles, lebenslanges und venetztes Lernen fördern. Im Wiki enthalten sind auch die Lerntagebücher und Reflexionen der Gruppenmitglieder.

Wichtig für den Erfolg solcher Lehrveranstaltungen sind lt. Fr. Jadin:

  • eine sinnvolle Einführung in die Verwendung der Tools und der Sinnhaftigkeit dieser Tools (zB Wikis)
  • Anreize geben, auch mit diesen Tools zu arbeiten (zB Noten, Punkte, …)
  • ein handfestes didaktisches Konzept inklusve Ablaufplan

Zwei Fragen bzw. Bemerkungen aus dem Publikum fielen besonders auf:

„Wie motivieren Sie ihre Studenten?“ und kurze Zeit später von einer anderen Teilnehmerin: „Die Ergebnisse Ihrer Lehrveranstaltung ist ja im Internet abrufbar … Ich möchte aber für meine Schüler unterrichten, und nicht für die Öffentlichkeit!“

Ich denke, die zweite Bemerkung beantwortet die erste Frage: Sobald Arbeitsergebnisse öffentlich verfügbar sind, sollte die Motivation der Studenten steigen, ihre qualititativ hochwertigen Ergebnisse ins Netz zu stellen. Und ist das Ergebnis mal nicht so hochwertig, dann könnte das „Peer-Working-Verfahren“ greifen, bei dem sich die Studenten ihre Bugs selber ausbessern. Ist ist dann das Ergebnis noch immer nicht zufriedenstellend: Was solls? Wir müssen uns daran gewöhnen, dass nicht alles, was gedruckt ist oder am Bildschirm steht, qualitativ hochwertig ist. Wir müssen. Es gibt derzeit keine Alternativen.

Im nächsten Vortrag berichtete Fr. Kelz von der Fachhochschule in Pinkafeld bzw. Eisenstadt, dass es ein MUST war, den e-learning-Anteil der nebenberuflich Studierenden auf ein Drittel zu heben. Mehr als ein Drittel wäre zu schwierig für die Studenten. Da musste ich dann schon schmunzeln, wenn ich an meine Zeit an der Fernuni-Hagen zurückdenke, wo 100% über Fernlehre (=Skripten und PDF´s) abgewickelt wurden. Gut, aber wir hatten bei WiWi auch keine Laborarbeiten durchzuführen, das relativiert das Ganze wieder.

Im nächsten Vortrag von Salzburg Research raste Diana Bischof mit einem Affenzahn durch ihre ePortfolio elgg Präsentation. Und toll wars. Siehe mein Beitrag zur Zeitraffer-Technik von vor-vorgestern… Sie erwähnte, dass Salzburg Research an einem ePortfolio-Tool arbeitet, das mehr/anderes/besseres kann als elgg. Bin gespannt. Auf jeden Fall habe ich Lust bekommen, mit meinen elgg-Account ein wenig mehr herumzuspielen.

Highlight des Tages war ein Vortrag von Daniel Mattes, Gründer von Jajah.com. Er erzählte von der Gründungsphase von jajah, als sie vom Risikokapitalgeber Sequoia gefunden wurden und 21 Tage später einige Millionen Dollar auf ihrem Konto der ebenfalls in diesen 21 Tagen gegründeten Firma in Mountain View, California, fanden. Mattes, der etwas übermüdet aussah – er sagte, er lebte eigentlich nur mehr im Flugzeug, schwärmte von SAP, die ihre Mitarbeiter ganz toll ausbildet und dann von jajah abwerben lässt. Er berichtete von Sequoia, die Business Pläne zerreissen und lieber auf die Schuhe der unbedingt-unter-fünfunddreißig-zu-sein-habenden Jungunternehmer sehen. Bei 12 % (lt. Wikipedia 10 %) der NASDAQ-Kapitalisierungen hatte Sequoia die Finger bei der Gründung im Spiel: Yahoo, Paypal, Electronic Arts, Youtube, Google, Oracle, Cisco, Apple usw. Dadurch ist es jajah möglich, potente Partnerschaften (… welch ein Wort …) einzugehen.

3 % alle Internet-User nutzen Voicer over IP. Skype, Yahoo, Google, AOL usw. kämpfen um diesen 3 % Markt. Die Strategie von Jajah ist, die restlichen 97 % zu bedienen. Jajah unterscheidet sich von Skype in drei Faktoren,: Keine Installation, kein Headset, Einfachheit. Es ist kein Ziel, alles gratis herzugeben, Mattes sagt, dass „am Ende des Tages alles bezahlt wird.“

Bei Jajah gibt es PIMP-MY-Office. Die Mitarbeiter bekommen 5.000 $ und können damit ihr Büro einrichten, wie sie wollen. (Frau Bildungsminister: Wie wäre es mit: PIMP-MY-SCHOOL?)

Und die Zukunft von jajah: Sie rufen einen Sportartikelhändler an und siehe da: ein Werbebanner plus Werbe-Voice-Mail kommt auf ihre Handy und übermittelt ihnen einen Gutschein von einem konkurrierenden Sportartikelhändler ihrer Nähe, der Werbung auf jajah geschaltet hat und Ihnen einen 200 € Gutschein gleich mitschickt, wenn Sie bei ihm und nicht beim Konkurrenten kaufen. Datenschutzproblem? Nö, keines. Ist ja eine astreine Win-Win-Situation. Ich zitiere nur.

Die anwesenden Podiumsdiskutanten waren alle hellauf begeistert von Mr. Mattes. Zu Recht, wie auch ich meine. Es gibt sie noch: Die letzten Helden der Dot-Com-Blase. Er schenkt uns Gratis-Telefonie von Festnetz zu Festnetz in Österreich unter jajah.networld.at.

Wo kommt der Name jajah (sprich Dschadscha) her? Der Erfinder des Bullroarers, einem heiligen (Kommunikations-)Instrument der Aborigines hieß angeblich so.

Danach: Ende des Symposiums. Ein Symposium war ja ein Saufgelage bei den alten Griechen. Da war ich aber dann schon wieder am Heimweg.

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