Fernsehen und Lernen

Um die meisten Dinge des Alltags zu bewältigen, brauchen wir die Schule nicht. Denn welche Schule lernt, wo das nächste Einkaufszentrum ist, wie man an ein günstiges Handy oder Moped kommt oder wie man nette Leute kennenlernt? Das heißt ja nicht, dass die Schule für den Alltag wertlos ist, sie ist vielleicht nicht ganz alltags-tauglich, sondern etwas träge. Das liegt an den Lehrplänen, an der politischen Willensbildung. Oder vielleicht muss das in der Schule nicht gelernt werden, das lernen wir ja in der Freizeit. Und das ist gut so. Wir lernen immer und überall. Zumindest will das unser Gehirn, aber die wichtige (Lern-)Frage ist: Was bieten wir unserem wissbegierigem Gehirn im Alltag an?

Wenn ihr die Profile der Leute im Internet so anseht, dann fällt euch vielleicht eines auf: Kaum einer gibt an, „Fernsehen“ als Hobby zu haben. Aber jeder kennt die Sendungen, die laufen, jeder kennt die meisten Schauspieler. Wie ist denn das möglich?

Stattdessen haben wir Hobbys wie zB „Kino“, „Konzerte“ und „Sport“. Und wieviele Stunden treiben wir Sport im Vergleich mit der Anzahl an Fernsehestunden. Ist es denn nicht so, dass wir mit der Rubrik „Hobby“ eher die Rubrik „würde ich gerne öfter machen, komme aber nicht so oft dazu“ meinen? Also die Rubrik „Möchtegern-Hobbys“? Selbstbetrug?

Wir füttern unser Gehirn also tagtäglich mit ganz schön viel Fernsehunterhaltung. Das ist schon so alltäglich, dass wir es als Hobby nicht mehr wahrnehmen. Es ist kein Hobby mehr, es ist Alltag. Es hat ja kaum einer das Hobby „Busfahren“ oder „Autofahren“. Und trotzdem tun manche es täglich und ganz schön lange. Weil sie müssen. Müssen wir auch Fernsehen? Und weiter: Was lernen wir vom Fernsehen?

Tipp nach Birkenbihl: Macht euch mal eine ABC-Liste und notiert bei einer Sendung, was ihr euch merken möchtet. Oder noch fieser: Was euch in eurem Leben weiterbringt. Vielleicht kommt ihr zum Ergebnis, dass sogar der hochgelobte Bildungssender ARTE maximal etwas intelligentere Unterhaltung bietet als die anderen kommerziellen Privatsender. Kommt ihr zum Ergebnis, dass euch das Fernsehen heute im Leben weiterbringt? Na denn: Kiste einschalten – aber immer mitschreiben. Viel Spaß dabei.

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