1. Preis beim “Gedankenlesen”-Wettbewerb

“Welchen Fortschritt können wir von Technologien zum Gedankenlesen erwarten? Welche Möglichkeiten gilt es zu befürchten?” Diese Fragen stellte Stephan Schleim, Hirnforscher am Universitätsklinikum Bonn und neben seinen Beiträgen in “Gehirn und Geist” auch Autor des Buches “Gedankenlesen – Pionierarbeit der Hirnforschung“.

Stephan Schleim schrieb den Gedankenlesen-Wettbewerb zur Beantwortung dieser Frage aus. Und meine kleine Kurzgeschichte “Check up” hat gewonnen. Ich freu mich riesig!!

Hier geht’s zur Geschichte: Check up

Interesse daran, wie die Geschichte entstanden ist? So bin ich vorgegangen:

**** Achtung Spoiler! Sie sollten die Geschichte vorher lesen, bevor Sie weiterlesen,  ansonsten erfahren Sie die “Auflösung” frühzeitig! ***

  1. Ich habe vom Wettbewerb über Brainlogs.de erfahren. Und denke erst mal: “Hmm. Spannend. Science fiction pur. Zukunft. Gedankenlesen in der Schule?”. Dann beschließe ich, nicht mitzumachen. Keine Zeit. Ich habe schon über 10 Jahre keine Kurzgeschichten mehr geschrieben. Aber: Meine Aufmerksamkeit ist auf das Gedankenlesen fokussiert.
  2. Bin fasziniert von “Big Dog” von Boston Dynamics. Erster Gedanke “Gruselig”. Der Einstiegssatz in der Geschichte.
  3. Habe nächste Woche einen Termin zur Gesundenuntersuchung. (Daraus folgte wohl später die Idee eines jährlichen Check-Ups).
  4. An einem schönen Sommertag entschließe ich mich doch, beim Wettbewerb mitzumachen. Ich beginne mit einer schnellen ABC-Liste zum Thema Gedankenlesen (ca. 3 Minuten), das ich mit Schule verknüpfen möchte. Ich habe die Liste noch hier: “Aufmerksamkeit, Beobachtung, Direktor, Erfolg, Gehirn, Geist, Home, Intelligenz, Innovation, Jahresprüfung, Kreativität, Kosten, Kommunikation, Lernen, Langeweile, Menschen, Nervensystem, Nervosität, Offenes Lernen, Prüfung, Pensum, Quälerei, Retro, Schummeln, Terrorismus, Überwachung, Vielseitigkeit, Wachsamkeit, Zukunft.” Die fett geschriebenen Begriffe tragen später zur Kurzgeschichte bei.
  5. Ich lasse die ABC-Liste zwei, drei Tage liegen. Danach lese ich sie nochmal durch und mache folgende Notizen: “Nicht: wieviel wir lernen – sondern: wie wir lernen ist wichtig -> das bedeutet das Trainieren von Kreativität, Innovationen, Verknüpfungen herstellen, Assoziationen (hochwertige), Offenheit. Neue Schulfächer: Kreativität (KREA) und Konzentration (KO) -> als Hauptfächer. Gibt es in der Schule eine ständige Überwachung durch Gedankenlesen? Gedankenlesen funktioniert wie OCR-Schrifterkennung, manchmal fehlerhaft. Hirnsonde.”
  6. Das Thema entwickelt sich. Ich will was über Schule, und über eine Änderung des Schulsystems auf wesentliche Fächer unserer Zeit schreiben. Aber was? Unser Gehirn ist zu komplex, um Gedanken zu lesen. Irgendwas mit Roboter. Intelligente Roboter. Die “Gedanken” von Computergehirnen, auch wenn sie sehr komplex sind, können gelesen werden. Problemlos.
  7. Als Jüngling (<25 Jahre) schrieb ich öfter Kurzgeschichten. Die besten Ideen kamen immer in der Badewanne. Heute gehe ich laufen. Ich habe es mir angewohnt, aus jedem Lauf mit einer “genialen” Unterrichtsidee zurückzukehren. Das sind pro Woche 4 – 5 Ideen. Also gehe ich laufen. Nach einer Stunde ist die Geschichte fertig im Kopf. Ich trinke Apfelsaft mit Mineralwasser, dehne, dusche und notiere mir einige Stichworte. Abends schreibe ich die Geschichte.
  8. Einen Tag lasse ich die Geschichte rasten. Der Name der Hauptperson passt noch nicht. Ich habe ihn “Maximilian” genannt. Da fehlt noch der Clou. Der Roboter ist sicher von Google gebaut. Google-Grid – Epic 2015. That’s it!! Anagramm-Generator gestartet. “Google-Grid” eingeben. “Gildo Rogge”, erinnert mich an Guildo Horn (“Piep, piep, piep, ich hab Dich lieb”, passt zur Beziehungskiste mit PENTA -> das natürlich von Pentagon kommt) und “Rogge” zu Jan-Uwe Rogge (Erziehungs- und Familienberater). Passt perfekt. Ich mag solche Anspielungen. Und ich mag, wie sich die Story dreht. Die “Robo-Ehe” kommt von der “Homo-Ehe” über die einige konservative Politiker gerade in der Zeitung wettern.
  9. Dann überarbeite ich einige Formulieren. Meine Frau liest sie. Findet noch einen Fehler, die Hauptperson heißt irgendwo noch “Maximilian”. Ihr gefällt die Story. Schicke sie ab.

Es gibt zwei zentrale Elemente für Kreativität, die bei mir funktionieren.

  1. Loslassen (wie hier in “Frontalunterricht und Kreativität” beschrieben).
  2. Laufen (=Sauerstoff für das Gehirn. Macht uns nicht fitter, macht uns “nur” normal *grins*).

Regelmäßiges Schreiben (bei mir: bloggen) als Handwerkszeug für den Aufbau der Story schadet wahrscheinlich auch nicht.

P. S.: Dass die Sache mit der Kreativität aber warscheinlicher doch etwas komplexer ist, als mir bewusst ist und ich hier in den paar Zeilen beschreiben kann , erzählt Jochen Mai in seinem empfehlenswerten Karriere-Blog unter “Komplexität – was kreative Menschen auszeichnet“.

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2 Gedanken zu “1. Preis beim “Gedankenlesen”-Wettbewerb

  1. Hallo Werner,

    erst einmal Glückwunsch zum 1. Preis!! :-) Ich muss sagen dieser Artikel zur Kreativität und schreiben gefällt mir ausgesprochen gut! Das sind genau die Dinge, wonach ich suche. Wie ist man kreativ? Wie erlerne ich einen bestimmten Stoff? etc. Eine Frage noch, glaubst Du daran, dass jeder der solche Kreativitätsstragegien benutzt auch kreativ werden kann?

    Freundlich grüßt

    Thorsten S.

  2. Hallo Thorsten,

    dankeschön! Gute Frage: Kann jeder kreativ sein, wenn er eine Handvoll Kreativstrategien anwendet?

    “Kreativität ist Verhalten. Und ohne Training können Sie kein Verhalten lernen”, sagte Vera F. Birkenbihl in diesem Video:

    Ich glaube, da ist was dran.

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