Christopher Stanik hat auf www.allesgelingt.de neben jeder Menge guter Tipps für das Lernen sein E-book mit dem Titel „Pimp your brain with hyperlearning“ zum Download bereitgestellt. Kurz gesagt, geht es bei dieser Lernmethode darum, neues Wissen in sein bestehendes Wissensnetz so einzuweben, dass es leichter gemerkt wird. Er gibt im Buch dafür eine sehr verständliche und klare Anleitung.
Wir Menschen tun uns unendlich schwer, völlig Neues zu lernen. Viel lieber ist es uns, wenn wir was lernen, was ähnlich etwas ist, was wir schon kennen und können. Gerald Hüther sagte mal: „Der Mensch kann nichts Neues lernen. Er kann nur an bestehendes anknüpfen.“
Mit Hyperlearning wird bestehendes Wissen genutzt, um neues Wissen darin ein-, auf und herumzubauen. Stanik vergleicht es mit einem Gerüst. Auf diesem Gerüst kann ich dann letztendlich herumturnen, es auf Festigkeit prüfen, versuchen, Teile auszutuauschen und es von verschiedenen Seiten betrachten. Das macht Spaß, das ist kein trockenens Lernen mehr, das ist Turnen, Experimentieren und Kunst zugleich.
Was ist der Preis, was kostet diese Methode? Sie kostet vor allem erst einmal Zeit. Kreative Verknüfpung zu bilden ist eine Frage von Muße und von „Gedanken schweifen lassen“. Vielleicht erscheint sie mühsam, vielleicht sagt der eine oder andere: Pauken ist leichter. Ist aber diese Lernmethode (… wie immer wir sie nun wirklich nennen…) internalisiert, dann wird Lernen zur Sucht. Neue Welten erschließen sich, neue Einsichten. Das eigene Wissens-Netz wird zu einem Kunstobjekt, einer Art Mandelbrot-Grafik. So stelle ich mir das vor.
In der Berufsschul-Praxis versuche ich diese Methode meinen Schülern seit einiger Zeit mit ABC-Listen und KaGas und KaWas (nach Birkenbihl) zu vermitteln. Ich habe dabei den Eindruck, dass es für manche Menschen im Alter von 15 – 18 schwierig ist, kreativ zu denken. Zumindest empfinden sie es als ungewöhnlich, in der Schule kreativ zu denken oder kreative Verknüpfungen des Schulstoffes mit ihrer eigenen Welt, ihrem eigenen Wissens-Netz zu bilden. Manche tun sich leicht, manche unendlich schwer.
Ich denke, dass diese Methode perfekt für Wissensarbeiter ist. Für jene, deren geistiger Horizont weit und offen ist, ist sie ideal. Für jene, die viel wissen, viel gesehen und erlebt haben auch. Jene, die diese Voraussetzungen nicht mitbringen, kommt sie vermutlich umständlicher vor, die pauken dann lieber.





