Archive for Mai 2007

Grundlagen für Lernen, Gedächtnis und Problemlösen

Eine tolle Seite zu den Themen Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Problemlösen und Motivation gibt es als Online-Supplement zum Lehrbuch „Wege in die Psychologie“ von Prof. Dr. Gerd Mietzel und seinem Team. Aufgelockert wird der Lerntext immer wieder durch kleine, interaktive Übungen. Genau das Richtige für meine Psycho-Klausur nächste Woche.

(via School Matters)

Add comment 30. Mai 2007

Merktechnik für Aufzählungen, Voicethread

K Minus für Arten der PreispolitikEine nette Merktechnik von Vera Birkenbihl nennt sich KaGa (kreative Analografie – grafische Assoziation). Die lassen sich prima für Aufzählungen nützen. Wenn wir zB beim Thema Marketing – Marketing Mix – Preispolitik angelangt sind und folgenden Lernstoff vor uns haben:

Ein Teil des Marketings ist die Preispolitik. Hier gibt es verschiedene Arten:

  • Hochpreispolitik (bewusste Festsetzung höchstmöglicher Preise, zB Zimmerpreise im Zobel Nobel-Tourismus)
  • Niedrigpreispolitik (bewusste Festsetzung möglichst niedriger Preise, zB Diskonter)
  • Kalkulatorischer Ausgleich (Mindererträge bei bestimmten Produkten werden durch den Gewinn anderer Produkte aufgefangen, zB „Lockangebote“)
  • Preisdifferenzierung (dasselbe Produkt wird zu unterschiedlichen Preisen angeboten, zB Eintrittspreise im Freibad)

Wie könnte man sich nun diese Aufzählung merken? Zum Beispiel mit dem Codewort K-

In der Schule würde ich das KaGa an der Tafel vormalen, im Web funktioniert das einigermaßen mit VoiceThread (Play drücken, Ton einschalten).

Add comment 29. Mai 2007

Doping in der Schule: Schummeln, spicken und Plagiate

Das Thema Doping ist ja immer ein aktuelles. Nur manche gehen in diesen Tagen ein wenig ehrlicher damit um. Beim letztjährigen Sieger der Tour de France wird auch vermutet, dass er geschummelt hat und sein Manager versuchte mit Erpessung das Gericht zu beschummeln. Es liegt uns im Blut, oder was?

Im Geo Wissen – Sport und Gesundheit meint Arnd Krüger, Professor an der Uni Göttingen, dass 30 Prozent der Spitzensportler dopen und weitere 35 Prozent mit sich ringen, ob sie es tun sollen oder nicht. Das Unrechtsbewusstsein ist sowohl beim Doping als auch in anderen Bereichen nicht sehr ausgeprägt, möchte man meinen. So schreibt „rau“ im heutigen Standard zu den österreichischen Doping-Fällen in Turin: „Wir glauben es einfach nicht, wenn diese böse Welt da draußen unser herziges Schlawinertum nicht akzeptieren will – von Waldheim bis zu den EU-Sanktionen.“ Er spannt den Bogen vom Sport in die Politik weiter. Und schon wird unser neuer Wissenschaftsminister beschuldigt, abgeschrieben zu haben.

Ein österreichisches (europäisches, weltweites) Phänomen? Doping im weiteren Sinn an der Uni? Wie ging es los? Beim einem Test geschummelt, dann bei einer Schularbeit, da und dort bei der Matura, Teile der Diplomarbeit abgeschrieben oder die ganze Arbeit überhaupt „outgesourct“? An die Freundin, die schwanger daheimgesessen ist oder an „einen Profi“?

Einige Kollegen sind ja der Meinung, schummeln ist legitim, weil der Schüler sich den Schummelzettel (mühsam) zusammengeschrieben hat und daraus viel gelernt hat. Selbstverständlich setzt sich diese Meinung dann an Hochschulen weiter fort: Plagiate werden als Kavaliersdelikt angesehen.Der Meinung bin ich nicht: Erstens werden Schummelzettel heutzutage per Mail verschickt (einer schreibt und 30 cheaten), zweitens kann kaum wer eine Formel oder eine Aufzählung auswendig, nur weil er sie einmal wo eingetippt hat. Drittens: Höherwertige Bildung ist nur dann möglich, wenn ich die Grundlagen im Schlaf beherrsche. Beispiel: Wie kann jemand integrieren, wenn er beim Bruchrechnen noch hin- und herüberlegen muss? Wie kann jemand einen englischen Text interpretieren, wenn ihm grundlegendste Vokabeln nicht geläufig sind? Wie kann jemand über neue Lernformen diskutieren, wenn er den Unterschied zwischen Behaviourismus, kognitiven Behaviourismus und dialektischen (exogenen, endogenen) Konstruktivismus nicht kennt?

Warum schummeln Menschen?

  • Weil Sie Versagensangst haben?
  • Weil Sie sich für dumm halten?
  • Weil Sie zuwenig Selbstwert haben?
  • Weil Sie zuwenig Selbstvertrauen haben?
  • Weil das Niveau so hoch ist, dass sie es ohne nicht erreichen können?
  • Weil Sie sich nie richtig mit Lerntechniken beschäftigt haben?
  • Weil Sie keine Zeit zum Lernen hatten?
  • Weil Sie der Stoff nicht interessiert?
  • Weil Sie keinen Sinn in der Schule/der Uni usw. sehen?
  • Weil es Brauch ist?
  • Weil der Peer es auch macht?
  • Weil Sie Angst haben, sonst für Streber gehalten zu werden?
  • Weil es cool ist, zu schummeln?
  • Weil Sie siegen möchten, ohne sich anzustrengen?
  • Weil Sie sonst von den Anderen für blöd gehalten werden?

Wie es geht wissen wir alle (warum wohl?), aber WENN wir es nicht wüssten, dann würde das Internet helfen: die Kunst des Spickens, Spicktipps und ein nettes Foto während einer Klausur.

Dass Lehrer auch wie verrückt schummeln können, habe hat Levitt in Freakonomics anschaulich beschrieben. Hier mein Beitrag von damals.

Add comment 26. Mai 2007

Weblog statt Kreidetafel?

„Herkömmliche Tafeln mit bröckelnder Kreide dürften in Singapur bald der Vergangenheit angehören“, berichtet der Standard. Fünf Pilotschulen in Singapur nutzen verstärkt Weblogs, Podcasts, interaktive Tafeln und Videokonferenzen im Unterricht. Das Bildungsministerium sagt, dass diese Schulen die Grenzen des Lehrens und der Lernmethoden verschieben werden. Denke ich auch, aber wohin?

Mich würden folgende Punkte interessieren:

  • Das didaktische Konzept hierzu (Wozu wird zB eine 3D-Software benötigt?)
  • Die Ausbildung der Lehrer
  • Gibt es vermehrten Fernunterricht (… wegen der angesprochenen Videokonferenz)
  • Gibt es einen Lieferanten aus der EU, der Kreide nach Singapur exportieren will, die nicht bröckelt. Meine Kreide bröckelt nicht, eure etwa?

Aber im Ernst: Da wäre ich gerne dabei, das möchte ich sehen. Vor allem, nachdem einige Schulen in den USA den völlig anderen Weg gegangen sind, und ihre Notebooks aus dem Unterricht verbannt haben.

Add comment 23. Mai 2007

Die Halbwertszeit eines Weblogs

AlexanderWie lange hält so ein Weblog? Wann wird es gelöscht, verschwindet von der Festplatte, auf der es abgelegt ist. Wer zahlt denn die Datenhaltung meines Logs in 100 Jahren? Eine Foundation, gegründet von Google, die das Wissen der Menschheit archiviert? Möglich. Gibt es Google und Microsoft in hundert Jahren noch? Hmmm.

Vor zwei Jahren ist mein Sohnemann zur Welt gekommen. Morgen vor zwei Jahren war der kalkulierte Geburtstermin. Mein allererstes Weblog wäre beinahe in den ewigen Jagdgründen des Internets verschwunden, hätte ich nicht leichtsinnigerweise die URL und das Passwort in einem völlig ungeschützten Excel-Dokument hinterlegt und heute zufällig wiedergefunden.
Hier also ein wenig private Zeitgeschichte, völlig privat, nichts zum Lernen, eher zum Entspannen und Nichtstun: Warten auf Alexander (Einträge vom 14. Mai bis 4. Juni 2005)

Add comment 22. Mai 2007

Prüfungen, Prüfungen, Prüfungen

Dreimal stehen diese Woche fünfstündige schriftliche Prüfungen an. Ansonsten machen wir nichts. Ich würde mich gerne mal wieder fort- und weiterbilden, was Neues lernen, mal ein interessantes Buch lesen, einen tollen Vortrag hören aber neeiiiinn: Prüfung hoch drei. Wir kommen derzeit vor lauter Prüfungsvorbereitung und Prüfungen nicht mehr zu dem, was wir eigentlich tun sollten: Uns als Lehrer fortbilden. Überspitzt gesagt.

Was ist für Lehrer schwierig bei einer schriftlichen Prüfung? (mehr…)

Add comment 21. Mai 2007

Die Erde, die Imperien, die Pyramiden und der ganze Rest…

In der letzten Woche sind mir einige wunderbare Seiten zur Verwendung im Unterricht aufgefallen:

Earth-Guide: visualisierte Statistiken, Übersichten und Schaubilder zur Erde (Wie groß sind die Ozeane, Aus welchen Materialien besteht die Erde, Wann wird der Himmel zum Weltraum?)

Imperial-History: animierter Geschichtsatlas des mittleren Ostens von 3000 vor Christus bis heute mit Schwerpunkt Völker und Eroberungen.

Mystery of the Great Pyramid: Wie wurden die Pyramiden wirklich gebaut? (Plugin-benötigt, die Geduld lohnt sich!)

Geschichte des Internets: e-Learning Kurs

What does 200 Calories look like? Im Englisch-Unterricht zum Thema Food.

1 comment 19. Mai 2007

Vorbereitung einer schriftlichen Prüfung

Nächste Woche stehen einige schriftliche Prüfungen an. In Unterrichtswissenschaften haben wir die Aufgabe, das 100-Seiten-Skript (ohne Verwendung desselben) inhaltlich wiederzugeben, verknüpft mit den eigenen Erfahrungen aus der Praxis. Zur Vorbereitung erhielten wir ein Blatt mit Begriffen und Themen, die unbedingt in der Arbeit vorkommen müssen. Als Hilfsmittel ist die Vorbereitung einer Unterrichtsstunde aus der Praxis erlaubt, die in der Arbeit detailliert zu analysieren ist. Wie wurden wir darauf vorbereitet und wie sieht meine Vorbereitung dafür aus: (mehr…)

Add comment 19. Mai 2007

Interessantes Google-Feature: Timeline und Map Views

Seit einigen Tagen bietet Google.com an, Suchergebnisse in chronologischer Reihenfolge nach Jahreszahlen (timeline) oder auf einer Landkarte (map) anzuzeigen. Derzeit nur auf der google.com, nicht auf den Länderportalen (wie google.at oder google.de).

Hier einige Beispielaufrufe: Montessori (Timeline), Montessori (Map), Elevator, Deripaska, Red Bull

Bisher war Wikipedia die erste Adresse für solche Übersichten, wahrscheinlich wird es auch dabei bleiben. Aber als Ergänzung bei Recherchen könnte der Traum vieler Film-Regisseure endlich wahr werden: Das Internet liefert genau die Informationen, die der Held gerade braucht, zeigt auf einer Landkarte oder am Satellitenfoto an, wo sich das Gesuchte befindet und höchstwahrscheinlich kann im nächsten Jahr um diese Zeit auch ein Flug-, Bus- oder Bahnticket zum Zielort gekauft werden.

Übrigens ist „1984″ von George Orwell wieder unter den Top 100 von Amazon.de (English Books). So ein Zufall aber auch.

20070517-222307-amazonde-bestseller.gif

Add comment 17. Mai 2007

Meine hässlichsten Photos

Etwas Spass in den Unterricht zu bringen kann ja nie schaden. Und nachdem ich vor einiger Zeit mal gemeint habe, dass Lehrer humorvoll sein sollten und sich selbst nicht allzu ernst nehmen sollten, gehe ich mit gutem Beispiel voran. Am Klassen-Blog der C307 wurde heute Photo Booth empfohlen. Davon gibt es eine Online-Version (sigost.com) und die habe ich gleich mal getestet, rausgekommen ist folgendes:


| View Show | Create Your Own

Die Slideshow wurde mit rockyou erstellt.

Anwendungen im Unterricht:

  • einfach als Überraschung um eine schriftliche Kontrolle etwas aufzulockern: Lächeln oder Schmunzeln entspannt, vertreibt Prüfungsangst und reaktiviert somit eine verschüttete Denkleistung. (Zu meiner Zeit sagte man noch: Stellt euch den Lehrer, vor dem ihr Angst habt, einfach mal in Unterhosen vor. Liebe Lehrer, mit PhotoBooth helfen wir den Schülern und müssen nicht unbedingt als Unterhosen-Model herhalten, nicht?)
  • Ausdruck auf A4, laminieren, non-verbales Feedback für Wiederholungen (most ugly photo = Antwort nicht so gut)
  • dasselbe – für Stimmungsbarometer am Anfang der Stunde oder für vergangene Unterrichtsphasen: witziges, hässliches, trauriges, neutrales und wütendes Foto aufhängen, Schüler kleben einen Punkt auf das Foto, das am besten passt.

1 comment 15. Mai 2007

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